Die Tat kurz vor dem Osterfest schockierte bundesweit die Öffentlichkeit: Brutal soll ein 18-jähriger Berliner Schüler einen Mann im U-Bahnhof Friedrichstraße am Karsamstag zusammengeschlagen haben. Genau vier Monate nach dem Verbrechen beginnt der Prozess gegen Torben P. wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.
21-jähriger Rieser hält U-Bahn-Schläger fest
Sein ebenfalls 18-jähriger Freund Nico A. ist mitangeklagt. Er wird der unterlassenen Hilfeleistung beschuldigt, weil er Torben P. nicht an dem Verbrechen gehindert haben soll. Außerdem sollen beide jungen Männer einen Mann aus dem Ries gefährlich verletzt haben.
Der mutige Helfer ist der 21-jährige Georg Baur aus Hürnheim. Er war übers Osterwochenende mit seinem Kumpel nach Berlin gefahren. Dort wollte er ein bisschen feiern, shoppen und seine Schwester besuchen, wie er damals in den Rieser Nachrichten erzählt. In den frühen Morgenstunden des Karsamstags kam er gerade aus einer Disco und wollte mit der U-Bahn zurück zur Wohnung fahren. An der U-Bahn-Station Friedrichstraße passierte es dann gegen 3.30 Uhr: Baur sieht, wie der Täter Torben P. auf sein Opfer einschlug. Der mutige Rieser rennt los und greift ein. Als er den Schläger im Schwitzkasten hält, kommt plötzlich Nico A. herbeigeilt und schlägt Baur mehrmals auf den Rücken. Die Täter können zwar fliehen, stellen sich später jedoch der Polizei. Sie wurden von einer Überwachungskamera gefilmt.
Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklageschrift davon aus, dass Torben P. dem 29-jährigen Opfer eine zumindest teilweise gefüllte Hartplastikflasche ins Gesicht schlug, wodurch der Mann zu Boden ging. Anschließend habe er dem Mann vier heftige Tritte gegen den Kopf versetzt, die zu schweren Verletzungen führten. Sein Freund Nico A. sei nicht eingeschritten. dpa/AZ