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16. Juli 2008 10:48 Uhr

Wirbel beim Weltjugendtag

Bischof sieht gute Stimmung durch Missbrauchsopfer gestört

Für Wirbel hat Bischof Anthony Fisher auf dem Weltjugendtag in Sydney mit einer Äußerung gesorgt. Er warf den Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester vor, sie würden griesgrämig auf alten Wunden herumreiten.

Sorgte mit seinen Äußerungen für Wirbel: Bischof Anthony Fisher.

Sydney (dpa) - Ein australischer Vater, dessen Töchter im Grundschulalter von einem katholischen Priester vergewaltigt worden sind, verlangt beim Weltjugendtag in Sydney ein Treffen mit dem Papst.

Anthony Foster hält die Reaktion der Kirche auf die Missbrauchsfälle für völlig unzureichend und verlangt neben der Bitte um Vergebung auch eine Ende aller Versuche der Kirche, vor Gerichten gegen Forderungen der Opfer zu kämpfen, sagte er im australischen Fernsehen.

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Der Papst hatte im Flugzeug auf der Anreise durchblicken lassen, dass er sich wie im Frühjahr in den USA bei den australischen Missbrauchsopfern entschuldigen wird. Ein Treffen mit Opfern wie damals in Washington ist offiziell nicht geplant.

Fosters Tochter Emma beging Anfang des Jahres nach 13 Jahren mit Magersucht und Drogenmissbrauch Selbstmord. Seine Tochter Katherine verfiel dem Alkohol, verunglückte 1999 und ist seitdem schwerstbehindert. Der Koordinator des Weltjugendtages, Bischof Anthony Fisher, kritisierte Foster am Mittwoch: «Ich glaube, die meisten Menschen in Australien haben sich über die Schönheit und Tugend dieser jungen Leute hier gefreut, anstatt griesgrämig auf alten Wunden herumzureiten, wie es einige Leute tun.»

Der Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, sagte, er habe sich im Namen der Kirche 1998 bei Emma Foster entschuldigt. Der Fall sei äußerst tragisch. Der Priester Kevin O'Donnell war für seine Taten verurteilt worden und starb vor zehn Jahren im Gefängnis. Die Familie hatte die Kirche anschließend verklagt und eine Geldsumme erstritten, die vertraulich geblieben ist.

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