Tod auf Tour: Der aus der Kinolegende "Blues Brothers" bekannte Bassist Donald Dunn ist tot. Nach Angaben seines Jugendfreundes und früheren Bandkollegen Steve Cropper starb der 70-Jährige am Sonntag im Schlaf in Tokio. Dunn habe in Japan gerade zwei Konzerte gegeben, schrieb der Gitarrist auf seiner Facebook-Seite. "Heute habe ich meinen besten Freund verloren und die Welt verlor den besten Kumpel und besten Bassisten, der je gelebt hat", schrieb Cropper.
Dunn spielte mit Clapton, Dylan, Young und Petty
Dunn, nach seinem Vornamen Donald von seinen Freunden auch "Duck" genannt, hatte schon in den Sechzigern zahlreiche Hits, als er Bassist bei Booker T. & the M.G.'s ("Green Onions") war. Da lernte er auch den Gitarristen Steve Cropper kennen. Später spielte Dunn mit Eric Clapton, Bob Dylan, Creedence Clearwater Revival, Neil Young, Tom Petty, Jerry Lee Lewis, Muddy Waters und Rod Stewart. Außerhalb der Szene wurde er vor allem als Mitglied der Blues Brothers' Show Band bekannt, die mit John Belushi und Dan Aykroyd bei ihren Bühnenauftritten und im Film auftraten. Mit der Band wurde Dunn 1992 in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen. 2007 erhielt er einen Grammy für sein Lebenswerk.
Beeinflusst von Ray Charles und BB King
"Ich bin gern spontan", schreibt Dunn auf seiner Internetseite. Dunn war bekannt dafür, bei Live-Auftritten Songs immer ein wenig zu variieren. Beeinflusst von Blues- und R&B-Stars wie Ray Charles und B.B. King entwickelte Dunn mit seinem Freund Copper weiter. Seine besten Riffs kreierte er bei Jam Sessions. Seine Leidenschaft galt schon früh den Bässen des Herstellers Fender. Schon als Kind fühlte er sich wie an Weihnachten, wenn er die Nase an den Musikladen-Fenstern plattdrückte, schrieb Dunn. Seine Signature-Modelle werden wohl jetzt Preissprünge machen. Mit 16 begann er Bass zu spielen. Mit zehn übte er schon an der Ukulele. Seine musikalische Ader habe er höchstens von seinem Großvater, der Geige spielte, schreibt Dunn in seiner Online-Biografie. Der Rest der Familie sei unmusikalisch gewesen. Er selbst hätte auch einmal probiert, Gitarrre zu spielen, "aber die hatte zwei Saiten zu viel".
Zu Beginn seiner Karriere spielte er für fünf Dollar und ein paar Bier. Später begeistere er Tausende auf großen Jazz- und Blues-Festivals. Duck Dunn starb dort, wo er am liebsten war - auf Tour. dpa/nic