Im gesamten Bundesgebiet melden die zuständigen Dienste am Karfreitag Staus und stockenden Verkehr auf vielen Fernstraßen. Auf mehr als 320 Kilometer staute es sich insgesamt.
Im Süden sind quasi alle Autobahnen betroffen, wie Ole Henry vom ADAC auf Nachfrage von AZ-Online sagt. Demnach komme es auf der A3 immer wieder zu stockendem Verkehr in beide Richtungen. Auch das Verkehrsaufkommen auf der A7 sei hoch, so Henry. Zwischen dem Autobahndreieck Ulm/Elchingen und dem Dreieck Hittistetten kam es am Mittag zu stockendem Verkehr auf zehn Kilometer Länge. Die A8 sei gerade in Richtung Süden stark befahren. In Richtung Berge kommt es zu 17 Kilometern stockendem Verkehr. Ebenfalls auf der A8 in Richtung Stuttgart kam es am Freitagmittag zu sieben Kilometern stockendem Verkehr.
Autofahrer sollen etwas mehr Zeit mitnehmen
Insgesamt sei das Verkehrsaufkommen ziemlich hoch, aber so, wie es erwartet wurde, sagt Henry. "Man sollte einfach etwas mehr Zeit mitnehmen als sonst." Auch für Samstag und Sonntag erwartet der ADAC viel Verkehr. Samstag sei der klassische Bettwechseltag und am Sonntag setze bereits die erste Rückreisewelle des Jahres ein. Da enden in einigen Bundesländern die Osterferien.
Megastau östlich von Berlin
Der Osterreiseverkehr auf deutschen Straßen hat mit einem Mega-Stau östlich von Berlin begonnen. Erst war die Autobahn 12 vor der polnischen Grenze am Gründonnerstag für fast zwölf Stunden gesperrt, später standen Autos und Lastwagen dort in einem bis zu 50 Kilometer langen Stau. Vorausgegangen war ein schwerer Unfall mit drei Lastwagen.
Da hatte sich die Lage auf der A12 schon weitgehend normalisiert. Der Mega-Stau vom Vorabend war nach Polizeiangaben auf wenige Kilometer geschrumpft und fing in Frankfurt (Oder)-Süd an. "Der Stau ging relativ schnell zurück", hieß es aus dem Polizeipräsidium. Hingegen stockte der Verkehr am Freitagmorgen auf der Autobahn 10 in Westbrandenburg auf bis zu 16 Kilometer Länge.
Auf der A12 hatte die große Geduldsprobe für Auto- und Lastwagenfahrer schon in der Nacht zu Donnerstag begonnen. Gegen 1.30 Uhr war der Fahrer eines Lastwagens wohl aus Unachtsamkeit zwischen dem Grenzübergang und Frankfurt (Oder)-Mitte ungebremst auf einen vor ihm fahrenden Laster geprallt. Weil der Zusammenstoß so stark war, wurde der zweite Laster auf einen dritten geschoben. Die A12 war zunächst voll gesperrt, gegen 3.50 Uhr wurde der Verkehr immerhin in Richtung Berlin wieder freigegeben.
Es dauerte fast vier Stunden, bis der in seinem Führerhaus eingeklemmte Fahrer des ersten Lastwagens befreit und in ein Krankenhaus gebracht werden konnte. Er sei bei dem Unfall aber nicht lebensgefährlich verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Auf der Fahrbahn verteilte sich Wachs, weil der Unfall-Laster Kerzen geladen hatte. Die anderen beiden Lastwagen hatten Traktoren dabei - auch diese Fracht verrutschte. Eine Spezialfirma musste helfen.
Die Autobahn wurde erst gegen 13.00 Uhr in beiden Richtungen freigegeben. Weil die Unfallstelle noch voller Wachs war, durften Autos und Lastwagen dort zunächst nur Tempo 40 fahren. Der Stau wuchs von 30 auf zeitweise rund 50 Kilometer an. Mehrere Unfälle im stark zunehmenden Osterverkehr in Richtung Polen waren die Folge. Dort bremste zu allem Überfluss noch eine Baustelle hinter der polnischen Grenze den Verkehr, wie die Polizei erklärte.