Fünfte Mottoshow bei DSDS, das Motto hieß: Englisch vs. Deutsch. Doch Dieter Bohlens Privat-Duell mit Kandidat Helmut Orosz stellte alles in den Schatten. War der Pop-Titan schon mal so knallhart? Von Christian Paul



Bei DSDS flogen am Samstagabend die Fetzen. Keine zwei Stunden nach der Live-Show aus Köln stieg im nahen Düsseldorf der Box-Kampf zwischen Wladimir Klitschko gegen Eddie Chambers. Doch der eigentliche Fight bei RTL fand bei "Deutschland sucht den Superstar" statt. Die Kontrahenten: Juror Dieter Bohlen und Kandidat Helmut Orosz. Ihr Duell stellte bei der fünften Mottoshow alles in den Schatten.
Deutsch vs. Englisch - so war die Sendung überschrieben. Die verbliebenen sechs Kandidaten mussten jeweils zwei Songs singen, einen deutschen und einen englischen. Zweimal 90 Sekunden hatten die fünf Jungs und Henne im Korb Kim Debkowski Zeit, die Jury zu überzeugen. Ein enger Plan also, um die Box-Übertragung im Anschluss nicht zu gefährden.
Zuviel Zeit aber leider für Moderator Marco Schreyl, der innerhalb von wenigen Minuten so ziemlich alle Box-Metaphern abbrannte, die ihm die RTL-Praktikanten auf die kleinen Kartei-Kärtchen geschrieben hatten. "Fight Night", "Hexenkessel", "Weltmeister der Jury", "Ich bin Ihr Mann im Ring".Und: "Hier gibt's heute richtig was auf die Mütze!" Damit sollte er Recht behalten.
Als Thomas "Checker" Karaoglan mit "Hamma" von Culcha Candela anfing, konnte noch niemand ahnen, dass sich nachher niemand über dessen Verstopfungs-Geständnis unterhalten würde, sondern einzig über den ersten Auftritt von Helmut Orosz. Oder besser über die anschließende verbale Hinrichtung von Dieter Bohlen.
Genau wie Karaoglan, der zum wiederholten Male überzeugend performte und diesmal seinen Tänzerinnen huldvoll den Hintern tätschelte, machte Helmut auch das, was er immer tat: In Jeans und rosa T-Shirt sang er (diesmal 1001 Nacht), stelzte unbeholfen umher - und vergaß erneut den Text. Volker Neumüller befand daraufhin: "Wenn du nicht endlich den Ernst der Lage erkennst, dann wird's rabenschwarz."
Und dann kam Bohlen. "Es gibt Leute, die lernen es nie. Und dann gibt es Leute wie Helmut, die lernen es noch später." Einmal in Rage startete der Pop-Produzent einen womöglich beispiellosen Kreuzzug in der mittlerweile siebenjährigen DSDS-Geschichte. "Du bist zu blöd, den Text zu lernen - und ich kriege es ja zugetragen, dass du gestern wieder besoffen warst?!." "Du übst nicht, kommst zu spät! Wenn ich weiß, dass ich hier auftreten soll, dann geh ich doch nicht am Abend vorher bis sechs Uhr feiern", ranzte Bohlen einen kreideweißen Helmut an.Orosz: "Sorry, ich weiß"
Der stammelte noch schnell ein "Sorry, ich weiß" und wurde dann von Schreyl aus der Schusslinie genommen. Was wirklich los war am Vorabend der Show? Egal, Bohlen hatte sein neues Opfer gefunden. Nachdem er in der letzten Woche Ines Redjeb aus der Show gepöbelt hatte, sollte nun offenbar Helmut dran glauben.
Bezeichnend: Andere Kandidaten wie Kim Debkowski ("Krieger des Lichts"), deren Stimme allenfalls für das eigene Wohnzimmer reicht, oder der austauschbare Manuel Hoffmann ("Bilder von dir") schienen in Bohlens Gunst innerhalb von sieben Tage gestiegen zu sein, bekamen für beide Auftritte (Kim legte "Can't get you out of my head" nach, Manuel "Rollercoaster") nur Lob.
Außer Konkurrenz agierten Menowin Fröhlich und Mehrzad Marashi. Kaum eine kritische Silbe kam der Jury nach ihren Auftritten über die Lippen. Sie wären auch nicht berechtigt gewesen.
Und Helmut? Auch der musste ja noch mal ran. "Satisfaction" von den Rolling Stones war sein englischer Titel. Wieder konnte er sich die wenigen Zeilen des Klassikers nicht merken - genau wie Mick Jagger, Keith Richards und Co. in früheren Jahren oft, wie Volker Neumüller gehässig anmerkte. "Dafür kriegst du von mir ne sechs", sagte er.
Dieter Bohlen legte ebenfalls nach. "Willi Herren singt die Nummer auf'm Ballermann besser", fand der 56-Jährige. Helmut schlich von der Bühne - ahnte er da, dass es für ihn nicht reichte? Am Ende der Show waren seine Augen so klein wie die eines verprügelten Boxers.
Die Zuschauer scheinen Mitleid zu haben - und wählten Manuel raus. Dieter Bohlen wird's nicht gern gesehen haben. Christian Paul
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