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Porträt Herbert Knaup: Der TV-Kluftinger

Porträt Herbert Knaup

Der TV-Kluftinger

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    Herbert Knaup war auch schon, bevor er Allgäuer Kommissar Kluftinger wurde, ein begehrter Schauspieler.
    Herbert Knaup war auch schon, bevor er Allgäuer Kommissar Kluftinger wurde, ein begehrter Schauspieler. Foto: dpa

    So schnell kann es gehen. Man mag sich im Fernsehen gar keinen anderen mehr vorstellen in der Rolle des bodenständigen, beharrlichen und deftige Kost bevorzugenden Kluftinger. Dabei hatten sich vor der ersten Verfilmung „Erntedank“ viele Leser der Allgäukrimis von Volker Klüpfel und Michael Kobr noch gefragt, ob Herbert Knaup nicht zu groß und zu schlank für die Rolle sei. Die Sorge war unnötig. Einige Kilo mehr und ein paar Tricks mit der Kleidung taten’s auch. Heute Abend werden die Klufti-Fans sich vor dem Bildschirm einfinden, wenn es im Ersten um „Milchgeld“ geht und die kriminellen Dimensionen rund um ein Volksnahrungsmittel.

    Kluftinger - Allgäuer Kommissar

    Knaup, der gebürtige Sonthofener, gehört zu den Darstellern, denen man im Fernsehen ständig begegnet, wie etwa Michael Mendl oder Günther Maria Halmer. Wobei sich die Routine-Produktionen bei Knaup in Grenzen hielten. Der gelernte Theaterschauspieler verblüfft durch seine Vielseitigkeit. Umstrittene Charaktere, introvertierte Typen und Männer, die an sich selbst zweifeln – in dieses komplexe Fach passt der 56-Jährige. „Meine Figuren haben oft etwas Merkwürdiges, Hintergründiges, Geheimnisvolles . . . ich will sie aufmeißeln und hinter deren Fassade schauen“, hat er einmal im Interview gesagt.

    Man erinnert sich gerne an die Charaktere des Herbert Knaup. In Tom Tykwers Film „Lola rennt“ (1998) war er der ratlose Vater von Lola (Franka Potente). Diese Nebenrolle brachte ihm 1999 den deutschen Filmpreis ein. Jüngere deutsche Geschichte fasziniert ihn: In einer internationalen TV-Produktion über die Nürnberger Prozesse verkörperte Knaup Hitlers Architekt Albert Speer. Kritiker lobten 2010 seine Darstellung des Nazi-Verbrechers Adolf Eichmann in dem Dokudrama „Eichmanns Ende: Liebe, Verrat, Tod“.

    Allgäukrimis von Volker Klüpfel und Michael Kobr

    Jetzt also der Kluftinger. Für Knaup ist das Besondere an den Romanverfilmungen, dass er in Mundart sprechen darf, „in dem wunderbaren Allgäuer Schwäbisch“. Ihm mache es Spaß, „in diese herrliche Rolle des wortkargen und ewig schlecht gelaunten Eigenbrötlers zu schlüpfen“. Abgesehen davon, dass ihm der Kommissar aus Altusried auch die Gelegenheit gibt, sein komödiantisches Talent zu beweisen.

    Seit 2006 ist Knaup mit der TV-Produzentin Christiane Lehrmann verheiratet. Der Allgäuer ist längst auch irgendwie Berliner. Er lebt in der Hauptstadt, vermutlich kässpatzenlos.

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