"Eil bi bäg!" Mit diesem Satz war es passiert: Arnold Schwarzenegger hatte sich unsterblich gemacht. Als Actionstar hat der österreichische Bodybuilder die Kinobranche der 80er maßgeblich geprägt. Statt Mimenspiel gab es ordentlich Geballer. Hunderte Kugeln feuerte der Muskelbrocken aus einem einzigen Magazin, dann ein cooler Spruch: "Erinnerst du dich, wie ich dir versprochen habe, dich als letzten zu töten? Ich habe gelogen!" Schwarzenegger-Sprüche sind längst Kult.
Schwarzenegger schreibt an Memoiren "Total Recall"
Doch das ist schon eine Weile her. Zur Zeit schreibt Schwarzenegger an seinen Memoiren. Im Oktober soll das Buch in den Handel kommen. "Total Recall" heißt das Werk - genauso wie einer seiner bekanntesten Actionfilme - die "totale Erinnerung".
Zur Ruhe setzen will sich der einstige "Mister Universum", der am Montag 65 Jahre alt wird, aber noch lange nicht. "Ich höre nie mit etwas auf", sagte Schwarzenegger Anfang vergangenen Jahres dem US-Magazin Esquire, nachdem seine Amtszeit als Gouverneur zu Ende war. "Ich habe mit Bodybuilding angefangen und mache noch immer Bodybuilding. Ich habe mich der Schauspielerei verschrieben und ich schauspielere noch immer."
Dank Doping: Jüngster "Mister Universe"
Als Sohn eines Polizisten in dem Ort Thal bei Graz zur Welt gekommen, machte der1,88-Meter-Hüne zunächst als menschliche Kraftmaschine Karriere. Im Alter von 20 Jahren wurde er 1967 der bis dato jüngste "Mister Universe" aller Zeiten. Später räumte Schwarzenegger ein, dass er seinen Körper mit Anabolika aufgepumpt hatte.
Österreich wurde für seine Ambitionen bald zu klein. 1968 wanderte er nach Kalifornien aus und verwirklichte dort den amerikanischen Traum: Mit einem Versandhandel für Bodybuilding-Produkte und Investitionen in Immobilien brachte er es zum Millionär. An der Universität Wisconsin machte Schwarzenegger parallel einen Abschluss in Wirtschaft.
Arnold Schwarzenegger alias Arnold Strong
Aber Schwarzenegger wollte mehr, er wollte Filmstar werden. In seinem Erstlingswerk "Herkules in New York" nannte sich Schwarzenegger noch Arnold Strong. Und kam damit nicht über B-Movies hinaus.
Dann der Durchbruch mit "Conan, der Barbar". Muskelbepackt und wortkarg, Conan schien Schwarzenegger auf den Leib geschnitten. Wie fast alle Rollen in seiner Karriere. Mit der "Terminator"-Reihe ging er dann in die Filmgeschichte ein. Ein Actionstreifen folgte dem nächsten. Der Branchen-Webseite Boxofficemojo zufolge haben Filme, in denen Schwarzenegger einen Auftritt hatte, zusammen etwa 3,6 Milliarden Dollar eingespielt.
Den gesellschaftlichen Aufstieg schaffte der Polizistensohn, als er 1986 Maria Shriver, die Nichte von John F. Kennedy heiratete. Doch während die Kennedys der große Clan der Demokraten sind, stand der Schauspieler schon damals den Republikanern nahe und unterstützte Ex-Präsident Ronald Reagan. Wie einst Reagan legte später auch Schwarzenegger seine Filmkarriere auf Eis, um eine Politikerkarriere zu starten. Im Oktober 2003 wurde Schwarzenegger - trotz Vorwürfen der sexuellen Belästigung - Gouverneur in Kalifornien. Inklusive Widerwahl. Umweltschutz war für ihn ein wichtiges Thema, an der Sanierung der desaströsen Staatsfinanzen Kaliforniens scheiterte der "Governator" aber.
Schwarzenegger in "Terminator 5" wieder dabei
Wenige Monate nach dem Ende seiner Politikkarriere zerbrach auch das Privatleben. Im Mai 2011 machten Schwarzenegger und Shriver, die vier gemeinsame Kinder haben, ihre Trennung öffentlich. Kurz darauf wurde bekannt, dass Schwarzenegger mit einer Hausangestellten ein uneheliches Kind hat.
Doch auch diese Rückschläge halten die Actionmaschine nicht auf. Schwarzenegger arbeitet längst an seinem Schauspiel-Comeback. In "The Expendables 2" steht er mit alten Haudegen wie Sly Stallone, Chuck Norris und Van Damme vor der Kamera. Und auch das rotleuchtende Metallauge soll bald wieder glühen. Im fünften Kampf Menschen gegen Maschine soll Schwarzenegger nämlich sein Versprechen wahrmachen: "Eil bi bäg". (mit afp)
Actionsstars früher und heute: