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60 Menschen gestorben: Die Pest in Madagaskar und ahnungslose Patienten

60 Menschen gestorben

Die Pest in Madagaskar und ahnungslose Patienten

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    Regenzeit in Madagaskar (Archivfoto): Auf Madagaskar sind nach örtlichen Medienberichten weitere neun Menschen an der Pest gestorben. dpa
    Regenzeit in Madagaskar (Archivfoto): Auf Madagaskar sind nach örtlichen Medienberichten weitere neun Menschen an der Pest gestorben. dpa

    Bitterarme Menschen leben auf Madagaskar, einem Inselstaat im Südosten Afrikas. Nach UN-Angaben hat nur jeder Zweite Zugang zu sauberem Wasser. Mehr als 70.000 Kinder sterben jährlich an Durchfall, Atemwegsentzündungen oder Malaria, noch bevor sie das fünfte Lebensjahr erreicht haben.

    Und nun wütet die Pest auf der Tropeninsel, in fast allen Regionen. Offiziellen Angaben zufolge sind allein in diesem Jahr bereits 60 Menschen daran gestorben. Ärzte schildern, dass viele infizierte Patienten zu spät zum Arzt gehen. Sie fürchten, dass sie die Medikamente, die grundsätzlich kostenlos sind, nicht bezahlen können. Die madagassische Gesundheitsbehörde in Antananarivo berichtete am Donnerstag, das etwa 200 Menschen infiziert sind.

    Die rasche Ausbreitung macht auch den Helfern zu schaffen. "Wir sind sehr besorgt", sagte Bruno Maes vom UN-Kinderhilfswerk Unicef.

    Jetzt kommen auch noch Zweifel an der Wirksamkeit der Medikamente auf. Bislang hieß es, Antiobiotika könnten die Krankheit wirkungsvoll behandeln. Doch die Pestexpertin Elisabeth Carniel vom Pariser Institut Pasteur hat einem ZDF-Bericht zufolge unterschiedliche Stämme der Pest-Erreger untersucht. Ergebnis: Es gibt bei zwei Stämmen neue Antibiotika-Resistenzen. Acht der Antibiotika, die die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, würden bei dem gefährlichsten Erregerstamm demnach nichts mehr anrichten. "Wenn sich diese Stämme weiter verbreiten, dann wird das ernsthafte Probleme für die öffentliche Gesundheit verursachen", sagte die Wissenschaftlerin.

    Der Biss von Rattenflöhen überträgt die Krankheit auf den Menschen. In der Regenzeit und bei den Überschwemmung zwischen November und April flüchten Heerscharen von Ratten in die Dörfer und Städte. dpa

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