Kurz und knapp: Was ist EHEC?
EHEC steht für Enterohämorrhagische Escherichia coli und ist eine Bakterien-Infektion, die beim Menschen schwere Durchfallerkrankungen auslösen kann. Eine schwere Folge von EHEC ist das HU-Syndrom (HUS).
Was sind Symptome bei EHEC?
Anzeichen für eine EHEC -Infektion sind blutiger, meistens wässriger Durchfall und Übelkeit, Erbrechen und zunehmende Schmerzen, seltener Fieber. Bei zehn bis 20 Prozent der Erkrankten entwickeln sich Symptome wie krampfartige Unterleibsschmerzen.
Was ist das Besondere an der aktuellen EHEC-Welle?
Der EHEC-Erreger O104:H4 (HUSEC041) hat Experten durch seine Aggressivität und seine schnelle Ausbreitung überrascht. Bis heute starben mindestens 25 Menschen an der Krankheit..
Wie lange ist bei EHEC die Inkubationszeit?
Die Inkubationszeit bei EHEC beträgt zwischen zwei und zehn Tagen, durchschnittlich drei bis vier Tage.
Wie werden die Erreger übertragen?
Dem Robert-Koch-Institut zufolge erfolgt die EHEC-Infektion durch die versehentliche Aufnahme von Fäkalspuren mit dem Mund, etwa beim Essen verschmutzter Lebensmittel. Gurken, Salat oder Tomaten kommen hier ebenso infrage wie Sprossen. Darüber hinaus können EHEC durch verschmutztes Wasser übertragen werden. Auch von Mensch zu Mensch kann die Krankheit übertragen werden, denn nur 100 Erreger reichen für die Infektion.
Wo haben sich die Menschen bei der aktuellen Krankheitswelle angesteckt?
Ehec-Erreger wurden auf Gurken gefunden, Experten vermuten auch verunreinigte Sprossen als Auslöser der aktuellen Erkrankungswelle. Im Verdacht steht hier ein Betrieb in Uelzen. Gesichert ist zwar nichts. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) verteidigte aber am Donnerstag seine Warnung vor dem Verzehr von Sprossen aus dem Betrieb. "Der Verdacht gegen den Erzeugerbetrieb in Bienenbüttel erhärtet sich immer mehr, auch wenn wir noch keine bakteriellen Nachweise haben", sagte er.
Was ist HUS?
Das HUS ist eine sehr schwere, bisweilen tödliche Erkrankung, die bei bakteriellen Darminfektionen mit EHEC auftreten kann. Opfer leiden an akutem Nierenversagen, Blutarmut durch den Zerfall roter Blutkörperchen und einen Mangel an Blutplättchen.
Kann EHEC ein biologischer Terroranschlag gewesen sein?
Fachleute halten das für sehr unwahrscheinlich.
Helfen Antibiotika?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät von einer EHEC-Therapie mit Antibiotika ab. Dennoch wollen deutsche Ärzte jetzt prüfen, ob EHEC mit Antibiotika zu bekämpfen ist.
Wie bekämpfen Ärzte den Erreger?
Behandelbar sind nur die Symptome, nicht die EHEC-Infektion an sich. Patienten erhalten Kochsalzinfusionen, um den Salz- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Wenn die Niere aussetzt, hilft Dialyse, eine Blutwäsche, und der Austausch von Blutplasma. Allerdings wird derzeit auch ein Medikament getestet. Eculizumab wird von einigen Ärzten als viel versprechende Therapie beim gefährlichen Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS) gesehen.
Was sollte man tun wenn man den Verdacht einer EHEC-Infektion hat?
Melden Sie sich umgehend bei Ihrem Hausarzt.
Wie kann ich mich schützen?
Experten raten derzeit, auf rohe Blattsalate, Tomaten, Gurken und Sprossen zu verzichten, bis die Quelle der Infektionen gefunden und die Gefahr gebannt ist.
Auf welche Sprossen soll ich aktuell besser verzichten?
Im Verdacht stehen Sprossen eines Unternehmen aus dem Raum Uelzen. Das niedersächsische Verbraucherministerium warnte vor 19 Sorten.
Was ist mit Gemüse aus dem eigenen Garten?
Bei Gemüse aus dem eigenen Garten geht die Meinung der Experten auseinander. Das Bundesamt für Risikobewertung gibt keine generelle Entwarnung für selbst angebautes Gemüse. Man könne nie wissen, welche Keime sich dort festsetzten, sagte eine Sprecherin. Keime könnten in der Umwelt grundsätzlich überall vorkommen. Auch eigenes Gartengemüse sollte vor dem Verzehr gewaschen werden.
Gibt es weitere Tipps für den Schutz vor EHEC?
Am sichersten ist es, alle Lebensmittel vor dem Verzehr abzukochen - für zehn Minuten bei einer Temperatur von mindestens 70 Grad Celsius. Fleisch und Gemüse sollten im Kühlschrank getrennt voneinander lagern und getrennt zubereitet werden. Schneidbrettchen, Besteck und Geschirr sowie alle Arbeitsflächen sollten gründlich mit heißem Wasser, mit Spülmittel und anschließend mit klarem Wasser gereinigt werden. Putz- und Spüllappen sollten ausgekocht oder in kurzen Abständen gewechselt werden. Regelmäßiges Händewaschen und Hygiene im Haushalt mindern die Ansteckungsgefahr ebenfalls.
Wo gibt es weitere Informationen zu EHEC, HUS, Symptomen und Schutz vor Infektion?
Neben dem Robert-Koch-Institut gibt es beim bayerischen Landesamt für Gesundheit und beim Bundesamt für Risikobewertung regelmäßig aktualisierte News zum Thema EHEC. AZ
Stand: 9. Juni 2011