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Internationales Interesse: Eisbär Knut: Ein Medienstar auch nach seinem Tod

Internationales Interesse

Eisbär Knut: Ein Medienstar auch nach seinem Tod

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    Eisbär Knut ist tot in seinem Gehege im Berliner Zoo aufgefunden worden. dpa
    Eisbär Knut ist tot in seinem Gehege im Berliner Zoo aufgefunden worden. dpa

    "World-famous polar bear Knut dies" (Weltbekannter Eisbär Knut stirbt) hieß es in den Überschriften oder: "Cuddly catastrophe" (Knuddelige Katastrophe). Knut ist nach seinem überraschenden Todnoch einmal zum Medienstar geworden.

    Das US-Magazin "Vanity Fair" widmete ihm sogar das Aufmacherbild auf seiner Homepage. Neben einem Foto des kleinen Eisbären die Worte: "Knut, wir kannten dich kaum". Verlinkt wurde zu einer Fotoserie, die die Starfotografin Annie Leibovitz 2007 von "dem bekanntesten Eisbären der Welt" gemacht hatte. Gemeinsam mit Hollywoodstar Leonardo DiCaprio zierte Klein-Knut damals mittels Fotomontage sogar die Titelseite des Magazins - als Warnung vor dem Klimawandel.

    Auch das amerikanische Nachrichtenmagazin "Time" platzierte den toten Knut an einer angesichts der aktuellen Ereignisse in Libyen und Japan erstaunlich prominenten Stelle. In der Nachrichtenleiste stand die Meldung "Eisbär Knut stirbt tragisch" am Sonntagmittag auf Platz sechs, gleich hinter der Nachricht aus Japan, dass eine erhöhte Strahlenbelastung bei Spinat und Milch aus der Umgebung der Unglücksreaktoren von Fukushima gemessen wurde.

    Die britische Zeitung "Daily Mail", die Knut 2007 auf die Titelseite gehoben hatte, berichtete in ihrer Online-Ausgabe ebenfalls ausführlich und stellte mehr als ein Dutzend Bilder aus Knuts Leben zusammen. "Geliebter Eisbär kollabiert und stirbt vor 600 Zuschauern", titelte das Blatt und erinnerte an die "Knutmania", die um das junge Tier ausgebrochen war. Der kleine Eisbär war nach seiner Geburt am 5. Dezember 2006 von der Mutter verstoßen und von seinem Pfleger Thomas Dörflein per Hand aufgezogen worden. Dörflein starb 2008 an einem Herzinfarkt.

    Die britische Zeitung "Times" hob in ihrem Bericht hervor, Knut sei ein Werbestar gegen die globale Erwärmung gewesen. Die "New York Post" unterstrich, dass sein früher Tod mit vier Jahren für Experten überraschend komme.

    "Isbjörnen Knut är död" und "È morto l'orso Knut" (Eisbär Knut ist tot) hieß es auch bei schwedischen und italienischen Zeitungen wie dem "Svenska Dagbladet" oder dem "Corriere della Sera". Die italienische "La Repubblica" sandte ein "Lebewohl an das Bärchen Knut" ("Addio all'orsetto Knut) und stellte ein Video mit Aufnahmen von dem kleinen Bären auf seine Internetseite. Und auch die "China Daily", eine englischsprachige chinesische Zeitung, griff den Tod des "Celebrity Bear" mit einem ausführlichen Artikel auf.

    In den sozialen Netzwerken im Internet verbreitete sich die Nachricht von Knuts Tod erwartungsgemäß ebenfalls sehr schnell. Zahlreiche Nutzer brachten bereits am Samstagabend etwa via Twitter ihr Bedauern zum Ausdruck. Andere spekulierten über die Todesursache: "Der Medienrummel hat ihn fertig gemacht, dazu der Tod seines Pflegers", lautete eine Meinung. Und wieder andere konnten die Aufregung überhaupt nicht verstehen. "So sind wir Menschen: In Sorge wegen Libyen + Japan! Und traurig über Eisbär Knuts Tod", schrieb ein Nutzer. dpa

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