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Weltjugendtag in Madrid: Elf Verletzte bei Demonstrationen gegen Papst-Besuch

Weltjugendtag in Madrid

Elf Verletzte bei Demonstrationen gegen Papst-Besuch

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    Ausschreitungen bei Anti-Papst-Demo
    Ausschreitungen bei Anti-Papst-Demo

    Eigentlich steht er für Frieden und Bescheidenheit. Doch mit seinem Besuch zum Weltjugendtag löst der Papst Proteste aus. 5000 Spanier demonstrierten am gestrigen Mittwochabend in Madrid gegen einen Besuch des Kirchenoberhauptes.

    Die Menschenmenge kritisierte, dass der Steuerzahler für die 50 Millionen Euro, die das Glaubensfest kostet, aufkommen muss. Die Veranstalter bestreiten dies. Nach ihren Angaben wurde die Summe durch Spendengelder und die Teilnehmer selbst aufgebracht. Die aufgebrachte Menge glaubt dies aber nicht. Sie hielten Schilder hoch auf denen stand "Keine Steuergelder für den Papst".

    Elf Verletzte, sieben Festnahmen

    Sogar die Polizei musste gegen die protestierenden Spanier vorgehen. Mit Schlagstöcken prügelten die Sicherheitskräfte auf viele Demonstranten ein. Wie die Polizei mitteilte, wurden dabei elf Menschen verletzt. Diese waren auf die Polizisten losgegangen, als sie einen Mann verhaften wollten, der sie mit einer Flasche angegriffen hatte. Sieben wurden sogar festgenommen, da sie auf dem Platz Puerta del Sol auf die Teilnehmer des Glaubensfestes gestoßen waren und diese beleidigt hatten.

    Die Menge forderte, die Steuergelder anstatt für den Weltjugendtag lieber in die Schaffung von Arbeitsplätze zu investieren. In Spanien herrscht derzeit eine Arbeitslosenquote von 21,3 Prozent, so hoch wie in keinem anderen Land der EU.

    Geplantes Attentat vereitelt

    Nicht nur Proteste, sondern auch ein geplantes Attentat überschatten den Weltjugendtag. Nach Ermittlungen der Polizei hatte ein Chemiestudent einen Giftgas-Anschlag auf die Kundgebung der Papstgegner geplant. Die Madrider Polizei sagte nichts darüber, wie konkret diese Pläne waren. Der 24-jährige Mexikaner wurde am Dienstag festgenommen.

    Der Mann hatte in einem erzkonservativen Internetforum um Unterstützung für seine Pläne gebeten. Dadurch war die Polizei dem Mexikaner auf die Schliche gekommen. Die Ermittler sahen nach Medienberichten vom Mittwoch darin eine Parallele zum Fall des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik, der am 22. Juli bei einem Bombenanschlagen in Olso und einem Massaker auf der Ferieninsel Utøya 77 Menschen getötet hatte.

    Mehr als 1 Million Teilnehmer erwartet

    Für den Weltjugendtag werden von Dienstag bis Sonntag mehr als eine Million Teilnehmer erwartet, rund 20.000 davon aus Deutschland. Das Glaubensfest findet alle zwei bis drei Jahre in einem andern Land statt und gilt als größte internationale Zusammenkunft der katholischen Kirche. Gegründet wurde der Weltjugendtag 1984 von Papst Johannes Paul II. Für Papst Benedikt ist es während seiner Amtszeit bereits der dritte Weltjugendtag. Vor Madrid fand er 2005 in Köln und 2008 in Sydney statt. AZ/dpa

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