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28. Januar 2011 13:27 Uhr

Pressekonferenz

Ermordeter Mirco - Olaf H. war eine tickende Zeitbombe

In der Nachbarschaft galt Olaf H. als treusorgender Vater dreier Kinder. Doch der 45-Jährige war eine tickende Zeitbombe. Als Mirco ihm zufällig begegnete, bedeutete das das Todesurteil für den Zehnjährigen. Von Ina Kresse

Den Ermittlern ist die Erleichterung bei der Pressekonferenz anzumerken - trotz des grausamen Verbrechens an Mirco. Nach knapp fünf Monaten haben sie den Täter. Dass der geständige Familienvater Olaf H. den zehnjährigen Mirco getötet hat, da ist sich die Polizei sicher.

Olaf H. aus Schwalmtal ist zum dritten Mal verheiratet. Der 45-Jährige hat drei Kinder aus zwei Ehen. Die Kinder sind zwei, 14 und 17 Jahre alt. In der Nachbarschaft galt Olaf H. als unauffällig und als treusorgender Familienvater. Doch der 45-Jährige war eine tickende Zeitbombe, wie es Sokoleiter Ingo Thiel am Freitag auf der Pressekonferenz formulierte. Das ahnte niemand - und wohl erst recht nicht seine eigene Familie.

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Olaf H. hatte Ärger mit seinem Chef

Diese Zeitbombe ging am 3. September vergangenen Jahres hoch, nämlich als Olaf H. einen Anruf seines Chefs erhielt. Der Familienvater arbeitet in einem großen Telekommunikationsunternehmen. Bei dem Anruf sei er von seinem Chef "zusammengefaltet" worden. Das sagte er bei seiner Vernehmung gegenüber der Polizei.

Der 45-Jährige geriet unter Stress. Druck, den er abbauen wollte. Wahrscheinlich wollte Olaf H. in dem Moment einen Menschen erniedrigen. Er suchte sich ein Kind aus. "Gehen Sie davon aus, dass er nie einen erwachsenen Menschen angesprochen hätte", so Sokoleiter Ingo Thiel in der Pressekonferenz.

Mirco aus Grefrath war ein Zufallsopfer

Zufällig kreuzte der zehnjährige Mirco am Abend des 3. September seinen Weg. Olaf H. forderte ihn laut Polizei auf, in sein Auto einzusteigen. Wie Sokoleiter Ingo Thiel sagte, habe Mirco dies getan - wohl im Schock. Das war das Todesurteil für den Zehnjährigen. In einem Waldstück wurde Mirco offenbar missbraucht, dann getötet. Der mutmaßliche Täter ließ das tote Kind einfach liegen.

Fast fünf Monate hat es gedauert, bis Olaf H. gefasst wurde. Am 26. Januar morgens klingelte die Polizei den Tatverdächtigen daheim aus dem Bett. Olaf H. folgte den Ermittlern wortlos. Wie er bei seiner Vernehmung sagte, habe er ständig damit gerechnet, dass die Polizei eines Tages vorbeikommt. Laut dem Sokoleiter habe die großangelegte öffentliche Fahndung großen Druck auf den Familienvater ausgeübt.

Familie von Olaf H. zeigte sich geschockt

Die Familie des 45-Jährigen zeigte sich geschockt, als die Polizei ihn mitnahm. Olaf H. habe laut Sokoleiter Ingo Thiel ein Geständnis abgelegt. Er sei dabei völlig ruhig gewesen und habe erklärt: "Okay, dann sag' ich euch, wo der Junge liegt." Der mutmaßliche Täter habe letztendlich erleichtert gewirkt, so Thiel.

Wie Mirco gestorben ist, dazu wollte man sich auf der Pressekonferenz nicht äußern. Nach Angaben von Ingo Thiel werde die Obduktion der Leiche mehrere Tage dauern. Die Tat ist fast fünf Monate her.

Zur Festnahme von Olaf H. führte letztendlich auch das Auffinden des VW Passats, den ein wichtiger Zeuge am Tattag gesehen hatte. Das Auto sei aber nicht der entscheidende Hinweis auf den Täter gewesen, sagte Thiel auf der Pressekonferenz. Andere Aktivitäten hätten auf die Spur von Olaf H. geführt. Zur genauen Ermittlungstaktik wollte Sokoleiter Ingo Thiel auf der Pressekonferenz jedoch nichts sagen. Denn man habe bei den Ermittlungen neue Wege eingeschlagen. Die sollen nicht verraten werden. "So traurig es ist, es wird weitere solche Fälle geben", so der Polizist.

Bei dem Passat handelte es sich um ein Firmenfahrzeug, dessen Leasingvertrag geendet war. Der Wagen wurde aufgekauft von einem Luxemburger Autohändler. Das Auto sollte nach Russland gehen und stand schon am Frankfurter Flughafen.

Dann das Ergebnis: Fasern der Kleidungsstücke Mircos wurden in dem Auto gefunden. Schnell kamen die Ermittler dann auf Olaf H. - ein Mann, der eigentlich ein unauffälliges Leben geführt hatte, mit seiner Familie. Ina Kresse

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