Verena Becker äußert sich das erste Mal zu dem Buback-Mord. Die ehemalige RAF-Terroristin hat jede Beteiligung am Mordanschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback im April 1977 bestritten. "Ich war bis zu meiner Verhaftung im Mai 1977 nie in Karlsruhe gewesen", sagte Becker vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Sie sei auch nicht an der Planung des Attentats beteiligt gewesen.
Saß Verena Becker auf dem Motorrad?
Saß sie auf dem Sozius des Motorrads? Hat sie gar geschossen? Ex-RAF-Terroristin Verena Becker hat dementiert. Im Prozess um die Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback hatte sie bis heute anderthalb Jahre geschwiegen. Der ehemaligen RAF-Terroristin wird eine Beteiligung an dem Attentat auf Buback und seine Begleiter vom 7. April 1977 in Karlsruhe vorgeworfen. Sie soll eine maßgebliche Rolle bei der Entscheidung für das Attentat sowie bei dessen Organisation gespielt haben.
Becker: Zur Zeit des Attentats im Nahen Osten
Die Rote Armee Fraktion (RAF)
Die RAF war eine linksextremistische terroristische Vereinigung in Deutschland.
RAF steht für Rote Armee Fraktion.
Gegründet wurde die Terrorvereinigung 1970 unter anderem von Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Horst Mahler.
Mitglieder der RAF töteten im Lauf der Jahre 34 Menschen, verletzten bei Attentaten unzählige weitere Opfer, und richteten enorme Sachschäden an.
Die RAF verstand sich als antiimperialistische Gruppe. Ihre Anhänger waren der Meinung, sie müssten den "US-Imperialismus" mit Waffengewalt bekämpfen.
In den Medien wurde die RAF anfangs als „Baader-Meinhof-Bande“ oder als „Baader-Meinhof-Gruppe“ bezeichnet.
Zu den prominentesten Opfern der RAF gehörten Peter Lorenz, Spitzenkandidat der Berliner CDU, der Vorstandssprecher der Dresdner Bank AG Jürgen Ponto, der Präsident des Bundesverbandes der Arbeitgeber Hanns Martin Schleyer, und Ernst Zimmermann, Chef des Rüstungskonzerns MTU.
Auch die Morde am Diplomat Gerold von Braunmühl (1986), am Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen (1989), und dem Präsidenten der Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder (1991) gingen auf das Konto der RAF.
Von den rund 80 Menschen, die zum engeren Kreis der RAF gehörten oder mit ihr sympathisierten, kamen 27 ums Leben, wurden bei Polizeieinsätzen getötet, begingen Selbstmord oder starben durch Hungerstreik.
Mehrere Verbrechen, die der RAF zugerechnet werden, sind bis heute nicht restlos aufgeklärt.
1998 erklärte die RAF ihre Selbstauflösung.
Zur Zeit des Attentats habe sie sich aber "im Nahen Osten" aufgehalten, sagt Becker vor Gericht. Von dort sei sie erst am Tag nach dem Attentat nach Europa zurückgekehrt. Bei einem Treffen der RAF-Terroristen 1976 sei über ein mögliches Attentat auf Buback diskutiert worden, sagte Becker. Sie sei weder als Mitglied des Kommandos vorgesehen noch an den Vorbereitungen beteiligt gewesen.
Nebenkläger Michael Buback, Sohn des Opfers, hält Becker für die Todesschützin. Hierfür hat der Prozess allerdings bislang keine belastbaren Anhaltspunkte ergeben. Michael Buback vermutet auch, dass andere ehemalige RAF-Mitglieder wissen, wer seinen Vater umgebracht hat. Die Ex-RAF-Mitglieder Christian Klar und Peter-Jürgen Book waren bereits im Zeugenstand. Auch Siegfried Haag und Roland Mayer, ebenfalls Ex-Terroristen, sollten vor dem Oberlandesgericht Stuttgart sprechen. Sie verweigerten die Aussage, weil sie sich selbst belasten könnten.
Weiterhin ist unklar, wer Buback tötete
Der Staatsschutzsenat konnte das Geschehen auch nach 80 Verhandlungstagen vor dem Oberlandesgericht Stuttgart nicht aufklären. Weiterhin ist unklar, wer auf dem Motorrad saß, von dem aus Buback und seine beiden Begleiter erschossen wurden. dpa/AZ