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Neue Tatsachen: Flughafen-Attentäter von Frankfurt: Urteilsverkündung verschoben

Neue Tatsachen

Flughafen-Attentäter von Frankfurt: Urteilsverkündung verschoben

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    Die für Donnerstag geplante Urteilsverkündung im Prozess um den tödlichen Anschlag auf US-Soldaten am Frankfurter Flughafen wird verschoben. Es seien neue Tatsachen bekannt geworden.
    Die für Donnerstag geplante Urteilsverkündung im Prozess um den tödlichen Anschlag auf US-Soldaten am Frankfurter Flughafen wird verschoben. Es seien neue Tatsachen bekannt geworden. Foto: dpa

    Die für Donnerstag geplante Urteilsverkündung im Prozess um den tödlichen Anschlag auf US-Soldaten am Frankfurter Flughafen wird verschoben. In dem Verfahren gegen den mutmaßlichen Attentäter Arid U. seien neue Tatsachen bekannt geworden, die einen Wiedereintritt in die Beweisaufnahme erforderten, teilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main am Dienstag mit.

    Zeuge wird gehört

    Am Donnerstag soll demnach stattdessen zunächst ein Zeuge vernommen werden. Ein Urteil könnte laut Gericht nun am 30. Januar verkündet werden.

    Die Bundesanwaltschaft hatte vergangene Woche für den 21-jährigen Arid U. wegen Mordes und Mordversuchs eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Sie plädierte zudem dafür, die besondere Schwere der Schuld festzustellen.

    Arid U. hatte Tat gestanden

    Das bedeutet, dass der Angeklagte bei guter Führung nicht bereits nach 15 Jahren auf freien Fuß kommen kann. Die Verteidigung forderte, von der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld abzusehen.

    Arid U. hatte gestanden, im März 2011 zwei Soldaten erschossen und zwei weitere schwer verletzt zu haben. Die Tat gilt als erster tödlicher Anschlag mit islamistischem Hintergrund in Deutschland. (afp)

    Von den Kofferbombern bis zur Sauerland-Gruppe

    Anschläge und Attentatspläne von Islamisten in Deutschland

    Mit der Festnahme eines weiteren mutmaßlichen Mitglieds der sogenannten Düsseldorfer El-Kaida-Zelle haben die deutschen Sicherheitsbehörden offenbar erneut einen Anschlagsplan im Keim erstickt. Im vergangenen Jahrzehnt konnten die Ermittler mehrere Anschläge vereiteln - nicht jedoch die tödlichen Schüsse eines mutmaßlichen Islamisten auf US-Soldaten am Frankfurter Flughafen im vergangenen März.

    2002, Ruhrgebiet, El-Tawhid-Zelle: Im April 2002 sprengen deutsche Sicherheitsbehörden eine Zelle der islamistischen El-Tawhid-Bewegung im Ruhrgebiet, deren Mitglieder Anschläge auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Berlin und Düsseldorfer Lokale mit überwiegend jüdischen Gästen geplant haben. Im November 2003 wird der geständige Jordanier Shadi A. vom Düsseldorfer Oberlandesgericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Vier weitere Mitglieder und Unterstützer der El-Tawhid-Zelle werden in einem zweiten Verfahren im Oktober 2005 für fünf bis acht Jahre hinter Gitter geschickt.

    2004, Berlin, Allawi-Besuch: Am Morgen des 3. Dezember 2004 nimmt die Polizei während des Berlin-Besuchs des damaligen irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi drei Iraker fest. Sie sollen einen Anschlag auf Allawi geplant haben. Die Anhänger der islamistischen Terrorgruppe Ansar el Islam werden im Juli 2008 vom Oberlandesgericht Stuttgart zu Haftstrafen zwischen siebeneinhalb und zehn Jahren verurteilt.

    2006, Köln, Kofferbomber: Am 31. Juli 2006 scheitert ein Bombenanschlag auf zwei Regionalzüge. Auf dem Kölner Hauptbahnhof hatten die Bombenleger - der später im Libanon gefasste Jihad H. und der in Kiel festgenommene Youssef Mohamad E.H. - in zwei Regionalzügen Kofferbomben deponiert. Die Sprengsätze detonieren nach Ansicht der Ermittler nur wegen handwerklicher Fehler der Bombenbauer nicht. Wegen Mordversuchs wird E.H. im Dezember 2008 in Düsseldorf zu lebenslanger Haft verurteilt, Jihad H. erhält in Beirut eine Haftstrafe von zwölf Jahren.

    2007, Medebach, Sauerland-Gruppe: Anfang September 2007 nehmen Sicherheitskräfte in einem Ferienhaus im sauerländischen Medebach die beiden zum Islam konvertierten Deutschen Fritz G. und Daniel S. sowie den türkischen Staatsbürger Adem Y. fest. Die sogenannte Sauerland-Gruppe hatte Sprengstoffanschläge insbesondere gegen US-amerikanische Einrichtungen in Deutschland geplant. Die drei Männer und ein Helfer werden im März 2010 vom Oberlandesgericht Düsseldorf zu Haftstrafen von fünf bis zwölf Jahren verurteilt.

    2011, Frankfurt am Main, Anschlag auf US-Soldaten: Beim ersten tödlichen Anschlag mit islamistischem Hintergrund in Deutschland sterben am 2. März am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten, zwei weitere werden schwer verletzt. Wegen der tödlichen Schüsse muss sich derzeit der Kosovare Arid U. vor dem Frankfurter Oberlandesgericht verantworten. Laut Anklage wollte der 21-Jährige «Vergeltung» für den US-Einsatz in Afghanistan üben. Auslöser für den Anschlag soll islamistische Propaganda im Internet gewesen sein.

    2011, Düsseldorf, mutmaßliche El-Kaida-Zelle: Nach sechs Monaten Observierung nimmt die Polizei am 29. April in Düsseldorf und Bochum drei mutmaßliche Islamisten fest, die seit Dezember 2010 einen Sprengstoffanschlag in Deutschland vorbereitet haben sollen. Bei den mutmaßlichen El-Kaida-Mitgliedern handelt es sich um einen Marokkaner, einen Deutsch-Marokkaner und einen Deutsch-Iraner. Am Donnerstag wird ein weiterer Verdächtiger in Bochum festgenommen - der 27-jährige Deutsche soll die Anschlagspläne der Zelle auch nach der Festnahme seiner mutmaßlichen Komplizen weiterverfolgt haben.

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