War es Nebel oder ein Pilotenfehler? Nach dem Flugzeugabsturz mit mindestens vier Toten bei Egelsbach in Hessen haben Polizisten ihre Suche nach möglichen weiteren Opfern fortgesetzt. Die Polizei vermutet, dass insgesamt fünf Menschen in dem Business-Jet aus dem österreichischen Linz saßen. Nachdem in der Nacht drei der Insassen tot aufgefunden wurden, fanden die Bergungskräfte am Freitag eine vierte Leiche.
Starke Nebelbänke könnten den Flugzeugabsturz verursacht haben
Wieso der zweistrahlige Düsenjet beim Landeanflug auf den Regionalflughafen südlich von Frankfurt am Donnerstagabend abstürzte, war zunächst unklar. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach hatte die Sichtweite rund acht Kilometer betragen. Laut Polizei gab es örtlich jedoch starke Nebelbänke.
Noch nicht geklärt ist, ob neben dem Kapitän und dem Co-Piloten drei oder vier Passagiere an Bord waren. Das Flugzeug war zwar in Linz gestartet, die Ermittler konnten aber noch nicht rekonstruieren, ob es einen Zwischenstopp gegeben hatte und einer der Reisenden womöglich ausgestiegen war.
Nach Angaben einer Flughafensprecherin hatte der Jet bei seinem Anflug auf Egelsbach bereits Funkkontakt mit dem Tower. "Er hat uns gesehen, wir haben ihn gesehen - es war zunächst alles in Ordnung", sagte die Sprecherin. "Der Pilot hat uns korrekt angeflogen."
Dann aber stürzte die Maschine kurz vor dem Flugplatz in ein Waldstück und ging in Flammen auf. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung trafen am Freitag an der Absturzstelle ein.
Das Flugzeug des US-amerikanischen Herstellers Cessna vom Typ "Citation X" zählt nach Angaben des Flughafens mit einem Gewicht von 16 Tonnen zu den größten Flugzeugen, die den Regional-Airport anfliegen können. Dort dürfen Maschinen bis zu einem Gewicht von 20 Tonnen landen und starten. Der Flughafen wird grundsätzlich unter Sichtflug angesteuert.
Bei einem Absturz an gleicher Stelle starben 2009 drei Menschen
Erst im Dezember 2009 waren keine 50 Meter von der Unglücksstelle entfernt drei Geschäftsleute beim Absturz eines zweimotorigen Kleinflugzeugs ums Leben gekommen. Damals wurde ein Pilotenfehler im Nebel als Unglücksursache vermutet.
Als regionaler Flugplatz muss Egelsbach nach eigenen Angaben keine Passagier-Listen führen. Daher war es schwierig herauszufinden, wie viele Menschen an Bord der Cessna saßen. Weil es bei kleinen Flugzeugen keine zeitraubenden Sicherheitskontrollen gibt, werden sie gerne von Unternehmen für eigene Mitarbeiter gechartert. AZ, dpa