Einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Gentherapie für Parkinsonpatienten haben US-Forscher zurückgelegt. Sie schleusten in einer klinischen Studie 6 Erkrankten ein Gen direkt in das Gehirn ein. Die Beweglichkeit der Probanden habe sich innerhalb von sechs Monaten um rund 23 Prozent verbessert, schreiben die Mediziner um Peter LeWitt vom Henry Ford West Bloomfield Krankenhaus (US-Staat Michigan) im Fachjournal "Lancet Neurology".
Bei den 21 Patienten, bei denen der Eingriff nur vorgetäuscht wurde, habe es zwar auch Verbesserungen in der Motorik gegeben. Die aber lagen nicht ganz so hoch (12,7 Prozent).
Vor allem ältere Menschen erkranken an Parkinson. Nach Informationen des Kompetenznetzwerks Parkinson leiden rund ein Prozent der über 60-Jährigen an der Bewegungsstörung. Die Betroffenen können ihre Muskeln schlechter steuern. Sie leiden zum Beispiel an Zittern, können nur in Trippelschritten laufen oder haben Probleme beim Sprechen. Noch befindet sich die Gentherapie in einem frühen Experimentierstadium. Wann sie für alle Patienten verfügbar wird, ist noch offen.
Bereits 2007 hatte veröffentlichte Pilotstudie Erfolge bei der Gentherapie gezeigt. Weil es aber keine Kontrollgruppe gab, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass die Wirkung lediglich auf den Placebo-Effekt zurückgeht. Von diesem Effekt sprechen Wissenschaftler, wenn allein der Glaube eine Besserung bewirkt.
Das Team um LeWitt schleuste der einen Gruppe mit Hilfe eines unschädlichen Virus ein Gen für das Enzym Glutaminsäure-Decarboxylase (GAD) in das Gehirn ein. Dadurch wird die Produktion des Stoffs "GABA" im sogenannten Nucleus subthalamicus im Zwischenhirn angeregt. (dpa)