Die sommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage haben in den bayerischen Alpen mancherorts die Skisaison früher beendet, als geplant. Am Fellhorn bei Oberstdorf sollte der Betrieb ursprünglich bis 25. April laufen. Doch ab Freitag ist dort Schluss. "Nach den extremen Wetterbedingungen der vergangenen Tage ging einfach nichts mehr", sagt Marketingleiter Jörn Homburg. Gleiches gilt für das Classicgebiet in Garmisch-Partenkirchen. Dort stellte der Betreiber die Lifte am Montag - und damit eine Woche früher als geplant - ab. Da es selbst nachts nicht mehr kalt genug war, halfen dort auch alle Bemühungen, die Pisten zu präparieren, nichts mehr.
Wer vom Wintersport noch nicht genug hat, muss jetzt hoch hinauf. Im Oberallgäu soll der Skibetrieb an der Kanzelwand und am Nebelhorn wie geplant bis zum 24. April beziehungsweise bis zum 1. Mai laufen. Die Schneedecke in den Gebieten ist laut dem Betreiber zwischen 20 und 100 Zentimeter dick. Gute Bedingungen herrschen daneben auch noch an der Zugspitze mit bis zu 230 Zentimetern Schnee und 17 Kilometern Piste. Auch hier endet die Saison am 1. Mai - wobei die Schneelage erfahrungsbedingt sogar eine längere Saison zulassen würde. "Irgendwann ist aber auch der letzte Skifahrer im Frühling angekommen", sagt ein Sprecher der Bayerischen Zugspitzbahn.
Zum perfekten Wandern fehlt vielerorts nur die Bewirtung
Im Umkehrschluss bieten sich für Bergwanderer ungewöhnlich früh gute Bedingungen. "Wo in 'normalen' Jahren um diese Zeit bis zu drei Meter Schnee liegen, ist es heuer ein Meter", sagt Jochen Brune von der Alpinen Auskunft des Deutschen Alpenvereins (DAV). In Deutschland und im nördlichen Österreich seien bereits die meisten Südhänge bis 1600 Meter schneefrei. "Das einzige echte Problem" dabei sei, dass für die meisten Hüttenbetreiber der Frühlingsbeginn zu früh komme.
Zwar sind unter den 83 Berghütten, die der DAV in Bayern betreibt, mittlerweile rund 30, die ganzjährig geöffnet haben, erklärt Brune. "Die meisten Wirte jedoch schließen traditionell nach der Wintersaison für ein paar Wochen." Häuser die jetzt bereits geöffnet haben - wie etwa die Lenggrieser Hütte in den Bayerischen Voralpen oder die Schwarzenberghütte bei Bad Hindelang - seien die Ausnahme. Bis Ostern, spätestens Anfang Mai, schätzt Brune, müssten Wanderer in vielen Regionen daher noch auf eine Bewirtung verzichten. Ab Anfang Juni öffnen dann die Hütten ohne ganzjährigen Betrieb.