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Atomunfall in Japan: Fukushima: Unkontrollierte Kernspaltung

Atomunfall in Japan

Fukushima: Unkontrollierte Kernspaltung

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    In der Ruine des Reaktors 2 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima hat es offenbar Kernspaltungen gegeben.
    In der Ruine des Reaktors 2 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima hat es offenbar Kernspaltungen gegeben. Foto: dpa

    Fast acht Monate nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hat es offenbar eine unkontrollierte Kernspaltung im havarierten Reaktor 2 gegeben. Darauf deuteten geringe Mengen der Gase Xenon 133 und Xenon 135 hin, Nebenprodukte einer atomaren Reaktion, sagte ein Vertreter des Fukushima-Betreibers Tepco am Mittwoch. Derweil wurde im Süden Japans erstmals seit der Katastrophe im März wieder ein abgeschalteter Reaktor angefahren.

    Zehn Tonnen Borsäure eingeleitet

    Die in Fukushima gemessenen Gase haben eine kurze Halbwertzeit, so dass eine mögliche Kernspaltung erst kürzlich erfolgt sein müsste.  Sollte es eine Kernspaltung gegeben haben, sei diese aber "extrem  schwach" gewesen, betonte Tepco. Generell befinde sich der Reaktor "in einem stabilen Zustand". Tepco leitete nach eigenen Angaben in  der Nacht zu Mittwoch Wasser sowie zehn Tonnen Borsäure in den betroffenen Reaktor ein. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte ein Sprecher des Unternehmens. Borsäure bindet die  Neutronen, so dass eine eventuelle Kettenreaktion gestoppt werden  kann.

    Wie der Tepco-Sprecher weiter sagte, zeigten die Messungen von  Temperatur, Druck und Strahlung in Reaktor 2 keine großen  Veränderungen. In den vergangenen Monaten war es nach Angaben des  Betreibers gelungen, die Temperatur in dem Reaktor auf unter  hundert Grad zu senken - eine der Bedingungen für die angestrebte  kalte Abschaltung, bei der die Temperaturen allmählich sinken, ohne  dass atomare Reaktionen stattfinden. Die vermutete Kernspaltung  habe "keinen bedeutenden Einfluss" auf die Abkühlung des Reaktors. Kernspaltung erfolgt normalerweise kontrolliert, durch sie wird im  Atomkraftwerk Strom produziert.

    Genkai wieder hochgefahren

    Erstmals seit der Atomkatastrophe infolge des Bebens und des  Tsunamis am 11. März wurde im Süden Japans wieder ein Reaktor angefahren. Das Atomkraftwerk Genkai in der Präfektur Saga solle am Freitag die normale Produktion erreichen, sagte ein Sprecher des  Betreibers Kyushu Electric Power. Die Anlage war der  Nachrichtenagentur Kyodo News zufolge am 4. Oktober wegen "Auffälligkeiten" im Kühlsystem automatisch abgeschaltet worden.  Laut Industrieminister Yukio Edano war ein "menschlicher Fehler" die Ursache gewesen.

    In Japan sind zuletzt nur 10 von 54 Atomreaktoren am Netz gewesen.  Vor dem Erdbeben mit dem darauffolgenden Tsunami am 11. März bezog  Japan ein Drittel seiner Elektrizität aus Nuklearenergie. Seitdem  ist der Import von Brennstoffen stark angestiegen, da der Strom  knapp ist. Das japanische Umweltministerium hatte bereits im Sommer  zum Stromsparen aufgerufen. Eine neue Kampagne für den Winter wurde  gestartet, da vor allem im Westen des Landes Stromengpässe drohen.

    Schnellerer Atomausstieg gefordert

    Angesichts des vermuteten neuen Zwischenfalls in Fukushima forderte  die Linke einen schnelleren Atomausstieg in Deutschland. Die  energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Dorothée  Menzner, erklärte, auch in Deutschland bleibe ein "Risiko  unkontrollierbarer Zwischenfälle und Havarien" bestehen. Die  Zeitspanne bis zur Abschaltung müsse "deutlich verkürzt werden". (afp)

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