Immer häufiger werden Piloten bei der Landung mit Laserpointern angestrahlt. Das kann lebensgefährlich sein. In München gab es bislang drei Vorfälle. Von Josef Karg

Sie sind ein beliebtes Spielzeug bei Jugendlichen. Laserpointer kosten nur wenige Euro. Sie gelten als ungefährlich. Doch immer häufiger werden sie auf deutschen Flughäfen wie Waffen zu Blend-Attacken gegen Piloten eingesetzt.
Wie gefährlich dieser vermeintliche Spaß ist, beschreibt Jörg Handwerg von der Pilotenvereinigung Cockpit: Als eine Art Blitz müsse man sich so einen Laserstrahl vorstellen, der frontal auf ein Flugzeugcockpit gerichtet wird, erklärt er. "Man sieht erst mal nichts mehr."
Im Cockpit kann dies fatale Folgen haben. Denn der Landeanflug ist nach Auskunft des Experten eine der heikelsten Situationen beim Flug. Bei der kleinsten Ablenkung könne es zu Unfällen kommen, so Handwerg. Auch der Autopilot helfe bei der Landung nicht. "Wir sehen das Problem mit Sorge." Florian Steuer, Sprecher des Flughafens München warnt: "Das ist kein Spaß, sondern kann ziemlich gefährlich sein." Vor allem in Hamburg und Berlin werden "fast täglich" neue Fälle bekannt. Am Flughafen München gab es bislang "drei aktenkundige Fälle", wie Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium München-Nord gegenüber unserer Zeitung erklärte. Sind die Blend-Attacken Dummejungenstreiche oder Straftaten? "Das ist vergleichbar mit Steinewerfern von Brücken", so Kristina Kelek von der Flugsicherung in Frankfurt. Laut Gesetz handele es sich um gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr, die mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden können. Josef Karg
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