Viele Kassenbons enthalten Giftstoffe. Darauf macht das Greenpeace-Magazin aufmerksam, das eine Studie dazu in Auftrag gegeben hatte. bei den Stoffen handelt es sich um die umstrittene Chemikalie Bisphenol A, die jüngst EU-weit aus Babyfläschchen verbannt wurde.
Sieben von acht Einkaufsquittungen enthielten der Untersuchung zufolge Bisphenol A (BPA) oder das verwandte Bisphenol S (BPS). Die nachgewiesenen Mengen überschritten teilweise den Tagesrichtwert, den ein schlanker Erwachsener laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit aufnehmen sollte. Beim Berühren der Kassenzettel werden jedoch nur deutlich geringere Mengen frei. Allerdings empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Eltern, ihren Kleinkindern keine Kassenbons zum Spielen zu geben.
Seit längerem ist bekannt, dass BPA in Bons, aber auch anderen Thermopapieren wie Fahrkarten oder Parktickets vorkommt und dort nicht fest gebunden ist. Ein Bahnsprecher sagte, dass nach Aussagen der Hersteller in aktuell geliefertem Fahrkartenpapier kein BPA oder BPS enthalten sei. "Es ist aber nicht auszuschließen, dass ältere Chargen von anderen Herstellern eventuell Bisphenol enthalten." Die Bahn hat bundesweit 7000 Fahrkartenautomaten.
Die Substanz ist außerdem in vielen Gebrauchsgegenständen aus Kunststoff, in Konservendosenbeschichtungen oder Mikrowellen-Geschirr enthalten. Die Chemikalie ist weder hochgiftig noch gibt es Hinweise, dass sie Krebs auslöst. Aber sie kann ähnlich wie das Hormon Östrogen wirken. Forscher fanden zudem Anzeichen dafür, dass sie die Reifung des Gehirns von Ungeborenen und Kleinkindern schädigen kann.
BPS unterscheidet sich chemisch nur geringfügig von BPA, ist aber noch schlechter erforscht. Wegen des seit Jahren anhaltenden Streits um mögliche Gesundheitsgefahren durch BPA sind viele Anbieter auf BPS als Ersatzstoff umgestiegen. Ebenso wie das Umweltbundesamt beurteilt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung dies kritisch: "Mit Blick auf die fehlenden Daten ist Bisphenol S nicht als geeigneter Ersatzstoff anzusehen", so eine Sprecherin. Der einzige Anbieter, dessen Kassenbons im Test keine der beiden Substanzen enthielten, wollte laut Greenpeace nicht verraten, wie er seine Quittungen herstellen lässt. (dpa/AZ)