Montag, 20. Mai 2013

12. Mai 2012 16:45 Uhr

Trotz israelkritischem Gedicht

Günter Grass bleibt Ehrenpräsident des deutschen PEN

Günter Grass bleibt trotz der Debatte um sein israelkritisches Gedicht Ehrenpräsident des deutschen PEN-Zentrums. Die Mitglieder gaben der Freiheit des Wortes oberste Priorität ein.

Günter Grass bleibt trotz der Debatte um sein israelkritisches Gedicht Ehrenpräsident des deutschen PEN-Zentrums.
Foto: dpa

Die Mitgliederversammlung lehnte am Samstag im thüringischen Rudolstadt mit großer Mehrheit einen Antrag auf Aberkennung der Ehrenpräsidentschaft ab. Abgelehnt wurde auch ein Antrag, dass das PEN-Zentrum eine offizielle Erklärung gegen eine angebliche Rufmord-Kampagne gegen den Literaturnobelpreisträger abgeben solle.

Schriftstellervereinigung für Freiheit des Wortes

Nach teils kontroverser Diskussion rangen sich die Mitglieder zu der Entscheidung durch, trotz vieler Vorbehalte nicht inhaltlich über das Grass-Gedicht zu diskutieren. Begründung: Die Schriftstellervereinigung habe sich der Freiheit des Wortes verschrieben.

Das gelte auch für israelkritische Grass-Gedicht «Was gesagt werden muss», sowie für die Medien.

Grass fehlte krankheitsbedingt

Günter Grass hatte Anfang April mit dem Gedicht für heftige Diskussionen gesorgt. Darin schrieb er, Israel bedrohe als Atommacht den Weltfrieden und könne das iranische Volk mit einem Erstschlag auslöschen. Israel verbot Grass daraufhin die Einreise. Der erkrankte Grass nahm wie die beiden Antragsteller an der Tagung nicht teil.

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