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Festnahme von Gaddafi-Sohn: Hupkonzerte und Freudenschüsse in Bengasi

Festnahme von Gaddafi-Sohn

Hupkonzerte und Freudenschüsse in Bengasi

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    Seif el Islam, der Sohn Gaddafis, ist festgenommen worden.
    Seif el Islam, der Sohn Gaddafis, ist festgenommen worden.

    Einen Tag nach der Festnahme des internationalgesuchten Gaddafi-Sohnes Seif el Islam feiern in Bengasi viele Menschen. Mit Hupkonzerten und Freudenschüssen fuhren sie auf den Tahrir-Platz, um ihrer Erleichterung und Freude Ausdruck zu verleihen. Dabei rufen sie "Allahu akbar" und schwenken die neue libysche Fahne, die das grüne Banner der jahrzehntelangen Herrschaft von Muammar el Gaddafi ersetzt hat.

    "Es ist eine unbeschreibliche Freude", sagt Redscheb el Sueiri. Er ist mit seiner kleinen Enkeltochter gekommen, die er auf den Schultern trägt, um den Tag zu feiern. "Eine der letzten Säulen der Ära Gaddafi ist gefallen", sagt der 19-jährige Student Omar Abderrahim, der eine Schärpe in den Farben der neuen libyschen Flagge trägt. "Das ist ein sehr gutes Omen für das befreite Libyen. "

    Auch Fariha Fakrun lässt ihrer Freude über die Festnahme des 39-jährigen Gaddafi-Sohnes freien Lauf: "Er bedrohte uns mit seinem Zeigefinger, und nun schneiden sie ihm die Finger ab." Die Hausfrau bezieht sich auf das erste Bild von Seif el Islam, welches das libysche Fernsehen kurz nach dessen Festnahme verbreitete. Der Gaddafi-Sohn lehnt dabei an einer Bettkante, drei Finger seiner rechten Hand sind verbunden, seine Beine in eine Decke gehüllt.

    Seif el Islam: Vom Hoffnungsträger zum Symbol der Unterdrückung

    Dem Sohn Gaddafis schlägt offener Hass entgegen. Einst galt er als gemäßigter Reformer, der irgendwann die Nachfolge seines Vaters antreten würde, doch mit dem Beginn der Revolte wurde er zum Symbol für die Unterdrückung des libyschen Volkes. Niemand hat seinen Auftritt im libyschen Staatsfernsehen zum Beginn der Revolte vergessen, als er mit seinem Finger auf die Aufständische zeigte und ihnen mit einem Blutbad drohte.

    Libyer fordern gerechten Prozess gegen Gaddafi-Sohn

    Etliche Einwohner von Bengasi sagen, Seif el Islam solle der Prozess gemacht werden - aber er solle nicht hingerichtet werden. "Wenn wir wirklich ein Rechtsstaat werden wollen, dann müssen wir mit Seif ein Beispiel geben", sagt Ahmed el Alam, ein Fischer, der nach eigenen Angaben unter Gaddafi im Gefängnis saß. Ein anderer pflichtet ihm bei: Gaddafis Sohn müsse ein ordentlicher Prozess gemacht werden - und das in Libyen.

    Seif el Islam wird seit Juni vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (IStGH) wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit per Haftbefehl gesucht. Seine Festnahme erleichterte nun alle, die in ihm eine Gefahr für das neue Libyen sahen. AFP/AZ

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