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Marianengraben: James Cameron in der Tiefsee: "Wie auf dem Mond"

Marianengraben

James Cameron in der Tiefsee: "Wie auf dem Mond"

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    Cameron im Stress: Nach dem Ausflug zum tiefsten Punkt der Weltmeere bleibt dem Star-Regisseur kaum Zeit zum Erholen: Am Dienstag wurde er zur Weltpremiere der 3D-Version von "Titanic" in London erwartet.
    Cameron im Stress: Nach dem Ausflug zum tiefsten Punkt der Weltmeere bleibt dem Star-Regisseur kaum Zeit zum Erholen: Am Dienstag wurde er zur Weltpremiere der 3D-Version von "Titanic" in London erwartet. Foto: dpa

    Cameron taucht in die Tiefsee: Für James Cameron ist sein Rekordtauchgang ein "Beginn der Eroberung einer neuen Welt". Nach dem Ausflug zum tiefsten Punkt der Weltmeere bleibt dem Star-Regisseur kaum Zeit zum Erholen: Am Dienstag wurde er zur Weltpremiere der 3D-Version von "Titanic" in London erwartet.

    James Cameron auf dem Weg nach London

    Total einsam, unwirklich, "wie auf dem Mond". So beschreibt Star-Regisseur James Cameron den tiefsten Punkt der Weltmeere. Er habe bei seinem Rekordtauchgang, nahezu elf 11.000 Meter unter dem Meeresspiegel des Westpazifiks keine Riesenkraken oder andere seltene Meeresbewohner entdeckt, sagte der 57-Jährige nach seiner Rückkehr am Montag über eine Satellitenverbindung. Der "Titanic"- und "Avatar"-Regisseur war als erster Mensch allein in einem U-Boot in das Challengertief hinabgetaucht.

    Nach Angaben der National Geographic Society in Washington, die sein Abenteuer finanziell unterstützt, sah Cameron im Marianengraben nicht einmal Fische. "Die einzigen Schwimmer waren Amphipoden", winzige krabbenähnliche Lebewesen. "Ich hatte die Vorstellung, dass sich Arten an die Tiefe anpassen könnten", sagte er weiter. "Aber ich glaube kaum, dass wir das noch finden."

    Marianengraben: Cameron: "Wie auf dem Mond"

    Das ist James Cameron

    Der Regisseur und Drehbuchautor James Cameron zählt zu den Großen der internationalen Filmgeschichte. Mehrmals hat er ein besonderes Gespühr für massenwirksame Produktionen bewiesen und immer wieder Rekorde gebrochen.

    Geboren wurde James Cameron am16. August 1954 im kanadischen Kapuskasing (Ontario). Er wuchs als Sohn einer Malerin und eines Elektroingenieurs in Niagara Falls auf.

    Schon als Jugendlicher fasste er den Entschluss, Regisseur zu werden. Stanley Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum" hatte ihn zu dieser Idee inspiriert.

    1971 siedelte die Familie nach Kalifornien um. Dort studierte James Cameron zunächst Physik und später Englische Literatur. Eine Filmhochschule konnten die Eltern nicht bezahlen.

    James Cameron arbeitete als Maschinist und LKW-Fahrer, bevor er sich Ende der 70er Jahre ganz seiner Leidenschaft widmete und zusammen mit einem Freund seinen ersten Kurzfilm "Xenogenesis" schuf. Dabei wirkte er als Drehbuchautor, Regisseur, Produzent, baute die Modelle und arrangierte die Spezialeffekte. "Xenogenesis" wurde nie im Kino gezeigt.

    Der Einstieg ins Filmgeschäft gelang ihm über die Produktionsfirma "New World Pictures", wo er sich schnell einen Namen machte. Schon 1981 wurde er mit der Regie in dem Kinofilm "Piranha 2 - Fliegende Killer" beauftragt. Der Film floppte in jeglicher Hinsicht und Cameron war um ein paar wertvolle Erfahrungen reicher.

    Seinen ersten Erfolg feierte Cameron mit "Terminator". Die Idee zu der Geschichte entstammte einem seiner Alpträume. 1984 feierte der Film Premiere.

    Etwa zur selben Zeit schrieb Cameron die Drehbücher für "Rambo 2 - Der Auftrag" und "Aliens - Die Rückkehr". Er übernahm die Regie für "Aliens". Der Film wurde mit sieben Oscars nominiert.

    "Abyss - Abgrund des Todes" zählt zu Camerons frühen Innovationsflügen. Der Held der Geschichte taucht in die Tiefen des Ozeans und atmet eine mit Sauerstoff angereicherte Flüssigkeit. Um den Film umsetzen zu können, mussten völlig neue Techniken entwickelt werden. Die enorm hohen Ausgaben konnten jedoch kaum gedeckt werden, da das Werk ausgesprochen schlecht vermarktet wurde. Trotzdem spielte der Film einen Oscar ein.

    Mit "True Lies" drehte James Cameron Anfang der 90er Jahre seine erste Actionkomödie. Impulsgeber war Arnold Schwarzenegger, mit dem der Filmemacher gerade auf Motorradtour war.

    Zahlreiche Rekorde brach Cameron mit seinem Welterfolg "Titanic". 1997 kam der bis dahin teuerste Film aller Zeiten in die Kinos. Kurz darauf später war "Titanic" auch in Deutschland zu sehen. Binnen kürzester Zeit wurde der Film zum Kassenschlager. Er wurde mit elf Oscars ausgezeichnet.

    Im Anschluss an seinen Welterfolg widmete sich James Cameron neuen Herausforderung. 1999 versuchte er sich in der Komödie "Die Muse" selbst als Schauspieler. Er produzierte seine erste Serie, drehte verschiedene Dokumentationen und experimentierte mit neuen Techniken.

    2009 revolutionierte Cameron das Kino mit seinem Science-Fiction-3D-Film "Avatar - Aufbruch nach Pandora". Gedreht wurde in Hollywood und in Neuseeland. "Avatar" stellte "Titanic" in den Schatten und gilt als kommerziell erfolgreichster Film aller Zeiten.

    "Avatar" handelt von den Ureinwohnern eines fernen Planeten, die von ihrem angestammten Lebensraum vertrieben werden sollen, weil dort wertvolle Rohstoffe lagern. 2010 solidarisierte sich Cameron, ähnlich wie der Held in seinem Film, mit brasilianischen Indianern, deren Lebensraum durch den Bau eines Stausees bedroht ist.

    Insgesamt war Cameron fünfmal verheiratet. Seit Juli 2000 mit der Schauspielerin Suzy Amis. Das Paar hat drei Kinder.

    Dem National-Geographic-Bericht zufolge hielt sich der kanadische Filmemacher und studierte Physiker drei Stunden im Challengertief des Marianengrabens auf, dem tiefsten Punkt der Erde. Mithilfe einer Phalanx von Scheinwerfern an seinem selbstentworfenen Mini-U-Boot begutachtete er die fremde Welt, die vor ihm nur zwei andere Menschen bei einer Expedition 1960 zu sehen bekommen hatten.

    Während der Fahrt in die Tiefe und der noch schnelleren Rückkehr an die Meeresoberfläche habe er laut geschrien, bekannte Cameron. Als Schock habe er auch den extremen Temperaturwechsel in seinem Ein-Mann-"Torpedo" empfunden. Wegen der Apparaturen sei es anfangs heiß "wie in einer Sauna" gewesen. Knapp zweieinhalb Stunden nach dem Start am Meeresboden angekommen, habe er sich bei etwas über null Grad Celsius warm anziehen müssen.

    James Cameron: Auf dem tiefsten Punkt der Erde

    Wegen eines Lecks im Hydrauliksystem konnte Cameron den Greifarm seines U-Boots nach einer Weile nicht mehr bewegen. Das hinderte ihn daran, die erhofften Proben von Lebewesen aus der noch unerforschten Tiefe des Pazifiks zu nehmen. "Für mich ist dies erst der Anfang", tröstete er sich später auf der Jacht eines Freundes, "nicht ein einmaliges Unterfangen, sondern der Beginn der Eroberung einer neuen Welt."

    Die Ozeanographin Lisa Levin vom Scripps Institut in La Jolla (Kalifornien) lobte Cameron für die Aufmerksamkeit, die er mit seinem "Deepsea Challenge"-Programm auf den Meeresgrund lenke. "Aus meiner Sicht macht sich Cameron heute für die Tiefseegräben verdient wie Jacques Cousteau vor Jahrzehnten für die Meere allgemein", sagte Levin in einem Interview von National Geographic News.

    U-Boot hatte ein Leck im Hydrauliksystem

    Derweil war der Oscar-Preisträger Cameron bereits unterwegs nach London, wo er am Dienstag zur Weltpremiere der neuen 3D-Version seiner "Titanic" erwartet wurde. Das Melodrama über den Untergang des Luxusliners auf seiner Jungfernfahrt vor hundert Jahren zählt ebenso wie Camerons "Avatar" zu den erfolgreichsten Filme weltweit. (dpa, AZ)

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