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E-Mail aus Tokio: Japan: Günzburgerin wird in Museum von Erdbeben überrascht

E-Mail aus Tokio

Japan: Günzburgerin wird in Museum von Erdbeben überrascht

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    Christina Häußler.
    Christina Häußler. Foto: privat

    Die gebürtige Günzburgerin Christina Häußler war gerade beruflich in Japan. Zusammen mit einer Freundin hat die 31-Jährige eine Woche Urlaub in dem Land angehängt. In einer Mail an unsere Redaktion erzählt sie, wie sie die Naturkatastrophe erlebt hat:

    "Das Erdbeben am Mittwoch haben wir nicht erlebt, weil wir noch in Kyoto waren. Dort hat man gar nichts gemerkt. Zurück in Tokio haben wir gestern noch zwei Kollegen von mir getroffen, die davon erzählt haben. Und dann ist es uns auch genauso passiert, wie sie es erzählt haben. Wir waren gerade im Tokyo National Museum, zum Glück nur im ersten Stock. Mit Erschrecken denken wir immer noch daran, wie es gewesen wäre, im 40. Stock des Tokyo Governmental Buildings auf der Aussichtsetage gewesen zu sein.

    Es ist wie Turbulenzen im Flugzeug, ein leichter Schwindel. Und in dem Moment, wo man denkt: Ach, sind das die leichten Beben, von denen alle erzählen, wird es schlimmer. Ich habe mich in einen Türrahmen gestellt und bin davon ausgegangen, dass es gleich vorbei ist. Aber es dauerte und dauerte. Und wackelte ziemlich. Nach dem Beben hieß es "Escape please" - nicht alle Japaner sprechen englisch. Die Nachbeben - die ersten - haben wir im Hof unter freiem Himmel erlebt. Alles lief sehr geordnet. Aber auch ältere Japaner bestätigten uns da schon, dass sie ein so schlimmes Beben noch nicht erlebt haben.

    Das Ausmaß kannten wir noch nicht. Aber auf dem Museumgelände wurde direkt durchgesagt, es gäbe eine Tsunamiwarnung. Als wir zu Fuß losgelaufen sind, kam ein ziemlich starker Wind auf. Wir wissen aber nicht, ob das was damit zu tun hat. Die Tokioter sind weiterhin alle sehr ruhig. Alle laufen jetzt nach Hause oder versuchen in einem Hotel unterzukommen. Die Geschäfte schliessen nach und nach. Einige tragen weiße Sicherheitshelme. Alle sind geordnet und zu keinem Zeitpunkt gibt es Panik. Alle Züge stehen, die Flughafen sind dicht. Wir hoffen, trotzdem morgen wie geplant Japan verlassen zu können.

    Es wackelt weiterhin... Unser Hotel ist ziemlich neu, aber wir haben den Platz unter dem Schreibtisch freigeräumt und die Koffer sind schon gepackt. P.S. Man ist ziemlich geschockt, und es macht auch Angst. Aber nachdem alle so ruhig sind, geht es einigermaßen. Die Bilder, die wir erst jetzt im Hotel im Fernsehen sehen, machen uns erst bewusst, in was wir da gerade stecken."

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