Wetter
Fr.
-9°C
Wetter
Sa.
-8°C

28. Juni 2010 19:03 Uhr

Neue Indizien

Kachelmann: Wollte sich Freundin nur rächen?

Noch ist alles Spekulation. Doch es mehren sich die Hinweise, dass Jörg Kachelmann das Opfer eines Racheplans seiner Geliebten geworden ist. Von Josef Karg

Jörg Kachelmann.

Noch ist alles Spekulation. Doch es mehren sich die Hinweise, dass Jörg Kachelmann das Opfer eines Racheplans seiner Geliebten geworden ist.

Der TV-Wetterexperte wird nach Berichten des Spiegel und der Zeit entlastet, da sein angebliches Opfer die Tat offenbar erfunden hat. Vorbild des Racheplanes der Geliebten könnte die Fernsehserie "Verbotene Liebe" sein, in der eine 'inszenierte' Vergewaltigung 'stattgefunden' hat. Dies besagen neue Gutachten seiner Anwälte.

ANZEIGE

Am Freitag gibt es einen neuen Haftprüfungstermin, bei dem auch der Wettermoderator angehört werden soll. Noch hält die Staatsanwaltschaft an ihrer Anklage fest. Darum bleibt offen, ob Kachelmann nun aus der Untersuchungshaft entlassen wird, in der er seit 100 Tagen sitzt.

Dem Wettermann wird vorgeworfen, seine 37-jährige Freundin mit dem Küchenmesser bedroht und vergewaltigt zu haben. Er selbst hat nach seiner Festnahme am 24. März vor dem Ermittlungsrichter zwar eingeräumt, die junge Frau zu kennen und an jenem Abend mit ihr intim gewesen zu sein. Die Tat selbst aber bestreitet er.

Immer unklarer wird, ob Kachelmann das angebliche Opfer wirklich mit einem Messer am Hals verletzt hat, wie von ihr angegeben, oder ob sie sich die Wunden selbst zugefügt hat. Der renommierte Gerichtsmediziner Bernd Brinkmann bezieht in seinem Gutachten laut Zeit klar Position: Die Frau habe sich selbst verletzt - mit ihrem Fingernagel.

Auch bei den blauen Flecken auf den Oberschenkeln vermutet der Fachmann, dass die 37-Jährige sich diese selbst mit Faustschlägen zugefügt habe. Die Verfärbung der Flecken sei auf die Einnahme von Aspirin am Vorabend zurückzuführen. Das Medikament begünstigt die Durchblutung. Bei ihrer Vernehmung hatte die Frau zugegeben, Aspirin eingenommen zu haben. Nicht nur Brinkmanns Papier entlastet Kachelmann.

Auch die Psychologieprofessorin Luise Greuel kam zu dem Ergebnis, dass die Angaben des Opfers nicht den Mindestanforderungen einer tragfähigen Aussage genügen. Vieles sei unplausibel - etwa, dass Kachelmann der 37-Jährigen das Messer an die Kehle gehalten und gleichzeitig sie wie sich selbst entkleidet haben soll.

Die Frau hatte zudem über Facebook versucht, weitere Kachelmann-Geliebte aufzustöbern. Dabei soll sie den Namen Christina Brandner benutzt haben - eine Figur aus der ARD-Vorabendserie "Verbotene Liebe". Kachelmanns Ex, ein Fan der Serie, könnte sich dort Inspirationen geholt haben für ihre Anschuldigungen. Christina Brandner hatte nämlich einen ähnlichen Racheplan geschmiedet. Von Josef Karg

Artikel kommentieren



Realität schlägt Witze

Aktuell meist gesucht

Feuerwehr | Augsburg | faschingsumzug | unfall | 2011 | Wörleschwang