Kapitän Andreas Jungblut will wieder ans Ruder. Er kämpft um das Kommando auf dem Brücke des TV-bekannten Kreuzfahrtschiffes "Traumschiff". Dafür zieht Kapitän Jungblut wieder vor das Arbeitsgericht Lübeck.
Nachdem bei einem Gütetermin im Januar keine Einigung erzielt worden war, treffen sich Andreas Jungblut und sein ehemaliger Arbeitgeber, die Reederei Peter Deilmann, am heutigen Dienstag erneut vor dem Arbeitsgericht Lübeck. Auf eine Abfindung hatten sich die Parteien bei dem Gütetermin im Januar nicht einigen können.
Traumschiff: Kapitän wegen illoyalen Verhaltens rausgeworfen
Im Oktober 2012 hatte die Reederei dem "Traumschiff"-Kapitän fristlos gekündigt. Die Begründung für den Rauswurf des Kapitäns lautete: Wiederholtes illoyales Verhalten und Vertrauensbruch. Kapitän Andreas Jungblut habe Pläne der Reederei zum Verkauf des Schiffes an die Presse lanciert. Das sei eine grobe Dienstpflichtverletzung, die die Kündigung rechtfertige.
Andreas Jungblut bei Besatzung und Passagieren beliebt
Jungbluts Anwalt hielt dagegen, die Reederei habe nur einen Vorwand gesucht, um den unbequem gewordenen Jungblut loszuwerden. Tatsächlich hatte der bei Passagieren und Besatzungsmitgliedern beliebte Kapitän in den Monaten vor dem Rauswurf seinen Arbeitgeber wiederholt öffentlich kritisiert.
Die 2010 von dem Münchner Finanzinvestor Aurelius übernommene Reederei mit Sitz in Neustadt in Holstein wollte die "Deutschland" nach Malta ausflaggen. Dagegen hatte Jungblut öffentlichkeitswirksam protestiert und schließlich sogar Bundespräsident Joachim Gauck um Hilfe gebeten. Angesichts des massiven öffentlichen Drucks hatte die Reederei die Pläne schließlich aufgegeben. dpa/AZ