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Foodwatch warnt mit Studie: Kinderprodukte: Die Tür zur Fehlernährung

Foodwatch warnt mit Studie

Kinderprodukte: Die Tür zur Fehlernährung

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    Ein Junge nimmt am 25.01.2012 in Köln eine Packung Smarties aus dem Schrank. Die Verbraucherorganisation Foodwatch stellt am Dienstag (13.03.) eine Studie zu Kinderlebensmitteln vor.
    Ein Junge nimmt am 25.01.2012 in Köln eine Packung Smarties aus dem Schrank. Die Verbraucherorganisation Foodwatch stellt am Dienstag (13.03.) eine Studie zu Kinderlebensmitteln vor.

    Es gibt etliche Lebensmittel, die speziell für Kinder hergestellt werden. Sie suggerieren, ein Beitrag für eine ausgewogene Ernährung der Kleinen zu sein. Doch die Verbraucherorganisation Foodwatch schlägt Alarm. Diese Art von Lebensmitteln öffnen der Fehlernährung der Kinder Tür und Tor, warnt Foodwatch.

    Süßigkeiten und ungesunde Snacks

    Für einen Marktcheck untersuchte Foodwatch 1514  Kinderlebensmittel. Fazit ihres Reports  "Kinder kaufen", der am Dienstag vorgestellt wurde: Mit industriell hergestellten Kinderlebensmitteln  sei eine ausgewogene Ernährung praktisch unmöglich, da es sich fast  ausschließlich um Süßigkeiten und ungesunde Snacks handle.

    Foodwatch bewertete die Produkte nach den Kategorien der  Ernährungspyramide des vom Bundesverbraucherministerium geförderten  Vereins "aid infodienst Ernährungsdienst, Landwirtschaft,  Verbraucherschutz". Danach fallen fast drei Viertel aller  Kinderprodukte (73,3 Prozent) in die Kategorie der "süßen und  fettigen Snacks", von denen Kinder täglich nicht mehr als eine Hand  voll essen sollten. Nur 12,4 Prozent der Produkte gehören zur  Kategorie der Lebensmittel, die reichlich verzehrt werden sollen.  Darunter fallen Obst in verarbeiteter Form wie Apfelmus oder Trockenobst, Nudeln, Tomatensauce oder Fruchtsäfte und Saftschorlen.

    Foodwatch: Kinderernährung wird auf Kopf gestellt

    "Die Lebensmittelindustrie stellt die Kinderernährung auf den  Kopf", erklärte Foodwatch. Das Angebot an speziellen  Kinderlebensmitteln entspreche ernährungsphysiologisch genau dem  Gegenteil dessen, was Ernährungsexperten für eine ausgewogene  Ernährung von Kindern empfehlen.

    Unausgewogene Produkte

    Viele Unternehmen behaupteten zwar, einen Beitrag zur ausgewogenen  Ernährung von Kindern leisten zu wollen, hätten aber aus  betriebswirtschaftlichen Gründen größtes Interesse daran, möglichst  viele unausgewogene Produkte zu verkaufen. Die Gewinnmarge bei Obst  und Gemüse liege unter fünf Prozent, Süßwaren, Softdrinks und  Snacks brächten hingegen Umsatzrenditen von 15 Prozent und mehr.

    Zwischen April 2011 und Januar 2012 untersuchte Foodwatch 1514  Produkte, die sich gezielt an Kinder richten, indem sie etwa die  Aufschrift "für kids" tragen, mit Comic-Figuren oder  Spielzeug-Beigaben die Aufmerksamkeit auf sich lenken oder  Online-Spiele oder Tipps für Schulreferate anbieten. "Die Industrie  will Kinder so früh wie möglich auf ungesundes Junkfood  programmieren", erklärte Anne Markwardt von Foodwatch. Dafür gebe  es "einen logischen Grund: Mit Obst und Gemüse lässt sich nur wenig  Profit machen - mit Junkfood und Softdrinks schon mehr." afp/AZ

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