"Gutes Benehmen ist nicht alles", schreibt die Deutsche Knigge Gesellschaft (DKG) auf ihrer Internetseite. Nun möchte sie ermitteln, ob es den guten Sitten entspricht, eine Beziehung per SMS zu beenden. Per E.Mail an frollein@knigge-akademie.de soll die die Bevölkerung in Deutschland und der Schweiz darüber abstimmen.
Für viele Menschen ist es undenkbar, mit ein paar Worten per Handy-Kurzmitteilung Schluss zu machen. Doch DKG-Vorsitzender Hans-Michael Klein sagte der Leipziger Volkszeitung: "Die Frage ist doch, ob moderne Medien auch moderne Umgangsformen erfordern". Die Etikette-Experten hatten sich auf ihrer Jahreshauptversammlung nicht darüber einigen können. "Deswegen haben wir uns zu dieser Urabstimmung im Volk entschieden", informierte Klein. Die Bevölkerung in Deutschland und in der Schweiz kann bis 25. März per E-Mail abstimmen.
Über die Frage, ob ein Beziehungsende per SMS in Ordnung ist, hat sich die Knigge Gesellschaft in zwei Lager gespalten. Der Vorsitzendende gehört zu den Befürwortern. Er halte eine SMS es in einigen Fällen für ausreichend , zum Beispiel wenn sich beide Seiten nichts mehr zu sagen hätten. Als feige bezeichnen viele seiner Kollegen diese Art der Trennung und lehnen sie ab. Etwa zehn der 500 Mitglieder sind aufgrund dieser Diskussion laut Klein sogar ausgetreten und wollten eine neue Gesellschaft gründen.
Eine Frage an die Bevölkerung hatte die Knigge Gesellschaft bereits vergangenes Jahr gestellt. Dabei ging es um die korrekte Bezeichnung einer Kellnerin. Zuvor hatte die Knigge-Gesellschaft empfohlen, die Kellnerin mit dezentem Handzeichen herbeizuwinken. Um dieser Namenlosigkeit ein Ende zu machen sollten Vorschläge per Mail an die Gesellschaft geschickt werden. Etwa 3500 Menschen hätten Vorschläge eingereicht, sagte Klein. Schließlich habe die Anrede "Frau Ober" gewonnen. afp