Die Früchte besitzloser Apfel-, Kirsch- und Birnenbäume an Genießer vermitteln - die Internetseite Mundraub.org hat sich genau dieses Ziel gesetzt.

Wer sie einmal probiert hat, lässt danach die Finger von Obst aus Übersee: Zahlreiche wilde Obstbäume wachsen auf deutschen Boden. Doch wem gehören sie und darf man sich einfach bedienen?
Die Erfinder von mundraub.org wollen solchen Unklarheiten vorbeugen und geben besitzlose Obstbäume zur Ernte frei. So kommen Liebhaber alter Obstsorten voll auf ihre Kosten und die Früchte von Obstbäumen, um die sich niemand kümmert, müssen nicht ungenutzt verderben. Es finden sich neue Genussmenschen, die sich über das Fruchtangebot freuen. Das Ziel: "Mundraub salonfähig machen", so die Erfinder über ihre Seite.
Die Idee ist simpel: Auf der "Mundraub-Map", die mit Hilfe der Online-Landkarte Google Maps erstellt wurde, werden Standort und Baumart angegeben. Wer einen herrenlosen Baum in seiner Nähe kennt, kann diesen ebenfalls in der Karte vermerken.
Die Initiatoren recherchieren, ob sich nicht doch ein Besitzer auf seine Rechte beruft. So wächst die Zahl der zum Früchte"klauen" frei gegebenen Apfel-, Kirsch- und Birnenbäume stetig.
"Die Idee für die Seite hatte ich vor einem Jahr bei einer Paddeltour durch Sachsen-Anhalt", sagt Katharina Frosch, Initiatorin der Seite. Sie und ihre Freunde, die gemeinsam das Internetangebot gestaltet haben, hatten sich genug Proviant für die Reise mitgenommen. Das reichliche Angebot an wildem Obst in den Wäldern machte diese Voraussicht aber unnötig: "Überall hing soviel Obst, wir hätten gar keine Früchte mitnehmen müssen."
Diese Entdeckung durften sie nicht für sich behalten. Die Idee war geboren: Wenige Tage später ging die Seite ins Netz. Und das mit Erfolg. Jeden Tag werden durchschnittlich 75 neue Orte mit fruchtigem Angebot markiert.
Auch im Raum Augsburg findet sich ein Apfelbaum, der ein neues Herrchen sucht. Unter www.mundraub.org können sich Interessenten informieren, wo dieser Baum steht. AZ
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