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Kampf gegen Trunksucht: Kreml nimmt Bier ins Visier

Kampf gegen Trunksucht

Kreml nimmt Bier ins Visier

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    Zwei Wodkatrinker in Russland.
    Zwei Wodkatrinker in Russland. Foto: Archivbild

    Ab 2012 soll in allen öffentlichen Anlagen ein absolutes Alkoholverbot gelten, ab 2013 dürfen Geschäfte neben Wodka und Wein nachts auch kein Bier mehr verkaufen. Kremlchef Dmitri Medwedew habe ein entsprechendes Gesetz unterschrieben, berichteten Medien in Moskau am Donnerstag.

    Der Staatschef hatte der Trunksucht, an der jedes Jahr in Russland Hunderttausende sterben, den Kampf angesagt. Allerdings waren ähnliche Versuche zu Sowjetzeiten - etwa von Präsident Michail Gorbatschow - gescheitert.

    Das Gesundheitsministerium in Moskau begrüßte das neue Gesetz. Bier sei für Jugendliche die "Einstiegsdroge" für härteren Alkohol, sagte ein Sprecher. Dagegen kritisieren Russlands Brauer die Einschränkungen als zu hart. Das Verbot betrifft Bier mit mindestens fünf Prozent Alkohol - das laut Medien 80 Prozent der Bierproduktion im Riesenreich ausmacht. Die klassische Wodka-Heimat Russland erlebt seit Jahren einen Bier-Boom mit zweistelligen Zuwachsraten.

    Ärzte warnten vor überzogenen Erwartungen an das neue Gesetz. Sie fürchten, dass Alkoholiker sich bei Verkaufsverboten wieder vermehrt mit Frostschutzmitteln oder anderen Ersatzstoffen berauschen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden im größten Land der Erde jedes Jahr pro Kopf durchschnittlich 15,2 Liter reinen Alkohols getrunken. In Deutschland sind es rund 10 Liter.

    Medwedew hatte bereits eine Null-Promille-Grenze für Autofahrer eingeführt. Allerdings gelten Maßnahmen gegen die Trunksucht in Russland wegen der starken Alkohollobby als eher schwer durchsetzbar. Die Staatsduma hob vor kurzem ein 2006 beschlossenes Alkoholverbot im Parlamentsgebäude wieder auf. Nach fünf Jahren Abstinenz dürfen Abgeordnete dort wieder zum Glas greifen. (dpa)

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