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Massankarambolage: Lastwagen 20 Stunden nach Unfall gelöscht

Massankarambolage

Lastwagen 20 Stunden nach Unfall gelöscht

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    Am Tag nach der Massenkarambolage auf der A 19 nahe Rostock.
    Am Tag nach der Massenkarambolage auf der A 19 nahe Rostock. Foto: dpa

    Die Aufräumarbeiten auf der A 19 ziehen sich nach der Massenkarambolage am Freitag weiter hin: 20 Stunden nach dem Unglück konnten die Rettungshelfer das letzte zerstörte Auto bergen, vier ausgebrannte Lastwagen müssen jedoch noch von der Fahrbahn geräumt werden. Auf einem Lastwagen glühe die Ladung weiterhin, sagte ein Polizeisprecher. Da sie nicht gelöscht werden kann, versuchen Feuerwehrleute, die Ladung kontrolliert ausbrennen zu lassen.

    Autobahn weiterhin gesperrt

    Auch nach der Räumung sei mit einer Freigabe der Fahrbahn in Richtung Rostock so schnell nicht zu rechnen, sagte der Sprecher. Der erst kürzlich neu gemachte Belag sei auf etwa 100 Meter "thermisch zersetzt", der Beton durch die starke Hitzeentwicklung regelrecht zerbröselt. Die Autobahn in diese Richtung werde wohl den ganzen Samstag gesperrt bleibe, sagte er. In der Gegenrichtung nach Berlin sollte die Fahrbahn nach Angaben der Autobahnmeisterei Kavelstorf etwa um 16.00 Uhr wieder freigegeben werden. Die Höchstgeschwindigkeit auf der eigentlich ohne Tempolimit befahrbaren Strecke werde jedoch auf 130 Stundenkilometer reduziert.

    Bei dem Unfall an der Anschlussstelle Rostock-Laage waren am Freitagmittag rund 80 Autos ineinander gefahren. Zahlreiche Fahrzeuge gingen in Flammen auf, darunter ein Gefahrguttransporter. Acht Menschen wurden getötet. 131 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt, 44 von ihnen mussten in Krankenhäusern versorgt werden. 

    Vermutlich mehr als acht Tote

    Acht Menschen seien bei dem Massencrash getötet worden, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Er schloss jedoch nicht aus, dass die Zahl der Toten noch steigen könnte. Unter den Unfallopfern seien auch Schwerstverletzte, die die nächsten Tage vielleicht nicht überleben werden. Zudem seien einige Autos durch die extreme Hitze so stark miteinander verschmolzen, dass kaum Aussagen über etwaige Insassen getroffen werden könnten. Am Samstag lagen nach Informationen des Senders NDR 1 Radio MV noch mindestens 21 Unfallopfer in den Krankenhäusern. So habe das KMG Klinikum Güstrow noch sechs Patienten auf den Stationen, zwei davon seien in einem kritischen Zustand. In Bad Doberan liegen drei und in Bützow zwei Opfer. In den beiden Rostocker Kliniken, dem Südstadt- und dem Universitätsklinikum, werden den Angaben zufolge jeweils fünf Patienten behandelt. Laut Polizei waren unmittelbar nach Unfall insgesamt 44 Verletzte in die Kliniken gebracht worden. Bis zum frühen Morgen wurden etwa 30 ausgebrannte Autos abtransportiert.

    Noch mehr Sturmschäden

    Der Unfall sei der schlimmste, der je in Mecklenburg-Vorpommern passiert sei. Auslöser des Massenunfalls war vermutlich eine vom Sturm aufgewirbelte Sandwolke, die von einem frisch gepflügten Feld auf die Autobahn geweht wurde. Dadurch konnten viele Autofahrer plötzlich kaum noch etwas sehen. Der Sturm hat im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern noch mehr Schäden angerichtet, wie der Radiosender vor Ort berichtet. Bei Baumpflanzarbeiten in Steinhagen (Nordvorpommern) wurde ein Arbeiter verletzt, als der Sturm den Ast einer Hainbuche losriss. Der Ast fiel dem 56-Jährigen auf den Kopf, der Mann wurde ins Krankenhaus nach Stralsund gebracht, wie die Polizei berichtete. Außerdem sind in der Region mehrere Bäume umgestürtzt, auch auf Bahngleise. Verletzt wurde dabei jedoch niemand.

    Die Toten und Verletzten bei dem Massencrash auf der Autobahn 19 bei Rostock stammen nach Angaben des Schweriner Innenministeriums aus mindestens sechs Bundesländern. Betroffen seien Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, sagte ein Sprecher am Samstag. Es könnten aber auch noch Menschen in den Unfallfahrzeugen gesessen haben, die aus anderen Bundesländern kamen

    Das Deutsche Rote Kreuz hat eine Auskunftsstelle für Angehörige der Opfer eingerichtet. Sie ist unter 0385-5914777 zu erreichen. AZ

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