Neuner gelingt eine Karriere im Zeitraffer. Schon mit 19 Jahren kommt sie in der Weltspitze an. 2007 gewinnt sie in Oberhof ihr erstes Weltcuprennen, holt kurz darauf dreimal Gold bei der Weltmeisterschaft in Antholz und wird zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt. Bis heute bringt sie es auf 25 Weltcupsiege, zehn Weltmeistertitel, zwei Siege im Gesamtweltcup und zweimal olympisches Gold.
Ihr Kämpferherz lässt sie ins Ziel schweben
Neuners großes Talent ist eine nahezu perfekte Lauftechnik, die die Anstrengungen ihres Sports mühelos erscheinen lässt. Während sich die anderen stampfend durch den Schnee quälen, fliegt Neuner dem Ziel entgegen. Das, gepaart mit einer Prise Drama am Schießstand und einem großen Kämpferherzen, macht sie zu Deutschlands Sportliebling.
Wenn Neuner läuft, schnellen die Einschaltquoten im Fernsehen nach oben. Mit niemandem wird so inbrünstig gefiebert und gelitten wie mit ihr. Die Erfolge und ihre Beliebtheit spülen Werbe-Millionen auf Neuners Konto.
Stricken statt Training
Bald schon wird dem einstigen Jahrhunderttalent der Rummel aber zu viel. Neuner sehnt sich nach einem Privatleben mit ihrem Freund Josef Holzer, in dem keine aufdringlichen Fans im Garten ihres Hauses in Wallgau stehen, um einen Blick auf ihr Idol zu erhaschen. In der Freizeit widmet sie sich lieber dem Stricken als dem Training und gibt ein Buch mit Stricktipps heraus.
Biathlonstar mit Motivationsproblemen
Nach den Olympischen Winterspielen von Vancouver spricht Neuner erstmals über Motivationsprobleme. Ihr gehen die Ziele aus. In Interviews sagt sie, dass es mit ihrer Karriere als Biathletin schnell vorbei sein könne. "Für mich gibt es auch noch ein anderes Leben außerhalb des Sports."
Ein letztes mal auf dem Treppchen stehen
Jetzt wissen alle, ab wann sie dieses Leben leben will. Vorher steht aber noch die WM in Ruhpolding an, Neuners letzter großer Auftritt als Sportlerin. "Da ganz oben auf dem Siegerpodest stehen und die deutsche Hymne hören – das wäre das Größte."