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Prozess: Massenmörder Breivik hatte weitere Terrorziele in engerer Wahl

Prozess

Massenmörder Breivik hatte weitere Terrorziele in engerer Wahl

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    Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hatte neben dem Osloer Regierungsviertel mehrere andere Terrorziele in der engeren Wahl.
    Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hatte neben dem Osloer Regierungsviertel mehrere andere Terrorziele in der engeren Wahl. Foto: dpa

    Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik hatte neben dem Osloer Regierungsviertel mehrere andere Terrorziele in der engeren Wahl. Der erste Plan sei gewesen, drei Autobomben zu bauen, sagte Breivik am Donnerstag vor Gericht in der norwegischen Hauptstadt Oslo.

    Breivik: Auch an das königliche Schloss gedacht

    Als Ziele habe er sowohl das Hauptquartier der Arbeiterpartei, das Regierungsgebäude Stortinget, das Osloer Rathaus und ein Gebäude nahe der Zeitung "Aftenposten" überdacht und verworfen. Hier wären zu viele unschuldige Menschen in der Nähe gewesen.

    Er habe auch an das königliche Schloss gedacht, das von der Arbeiterpartei für Staatsbesuche genutzt werde. Wichtig sei ihm aber gewesen, der königlichen Familie keinen Schaden zuzufügen. "Ich bin Anhänger der Monarchie", sagte Breivik.

    Breivik schaffte nicht mehr als einen Bombe

    Er habe es aber nicht geschafft, mehr als eine Bombe zu bauen. Daher habe er eines der Ziele auswählen müssen. Zusätzlich habe er sich für ein Massaker entschieden. "Das attraktivste Ziel wäre die internationale Journalisten-Konferenz Skup gewesen." Seinen Anschlag hier habe er aus Zeitgründen 2011 aber nicht realisieren können. Das Ferienlager der sozialdemokratischen Jugend auf Utøya sei das nächstbeste Ziel gewesen. (dpa, AZ)

    Breiviks Fahrplan beim Massenmord

    11.45 Uhr: Breivik fährt einen Mietwagen des Typs Fiat Doblò durch eine Station für Automaut Richtung Osloer Innenstadt. Er parkt das Auto am Hammersberg Torg und kehrt in den Stadtteil Skøyen im Westen Oslos zurück. Dort wohnt er bei seiner Mutter.

    12.51 Uhr: Breivik schreibt den letzten Eintrag in sein 1500 Seiten umfassendes «Manifest».

    14.08 Uhr: Das «Manifest» wird per Email an 1003 Adressaten verschickt. Breivik verkleidet sich als Polizist.

    15.00 Uhr: Er fährt einen mit mehreren hundert Kilo Sprengstoff gefüllten VW-Transporter durch eine der automatischen Mautstationen Richtung Zentrum. Den ebenfalls gemieteten Wagen stellt er direkt vor dem Regierungs-Hochhaus ab und läuft zum Fiat am Hammersberg Torg. Im Polizeiverhör gibt Breivik später an, er habe die Transportzeiten zu niedrig berechnet.

    15.26 Uhr: Die Bombe explodiert im Osloer Regierungsviertel. Doch wegen der Sommerferien sind viele Angestellte schon im Feierabend. Breivik steckt danach bei seiner Fahrt zur 40 km entfernten Insel Utøya im Stau nach einem Unfall.

    16.40 Uhr: Breivik kommt in seiner Polizeiuniform an der kleinen Fährstation zur Insel an. Er stellt den Mietwagen ab und setzt auf der Fähre über. Als Gepäck führt er ein Schnellfeuergewehr, eine Pistole und große Mengen Munition mit sich.

    17.08 Uhr: Ankunft des Attentäters auf Utøya.

    17.27 Uhr: Die Polizei wird alarmiert. Unklar bleibt auch bei anderen Medienangaben, was in den ersten knapp 20 Minuten seit Breiviks Ankunft genau geschieht. Nach den ersten offiziellen Mitteilungen der Polizei hat der Massenmörder für die Tötung seiner 69 Opfer auf Utøya anderthalb Stunden Zeit.

    18.09 Uhr: Angehörige der Polizei-Eliteeinheit «Delta» kommen zusammen mit örtlichen Polizisten an der Fährstation nach Utøya auf der Festlandseite an.

    18.25 Uhr: Die Einsatzgruppe erreicht die Insel und sucht nach dem Täter.

    18.27 Uhr: Breivik lässt sich mit erhobenen Händen festnehmen. Er hat beide Waffen weggelegt. Die Polizei setzt ihn mehrere Stunden in einem Holzhaus auf der Insel fest, ehe er nachts in die Osloer Polizeizentrale gebracht wird.

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