Mehrere hundert Tote sind nach dem schweren Unglück einer überfüllten Fähre im Nordosten Indiens geborgen worden.

Rettungskräfte hätten gemeinsam mit Dorfbewohnern 105 Leichen am Ufer des Flusses Brahmaputra geborgen, sagte der Polizeichef des Bezirks Dhubri im Bundesstaat Assam, P.C. Haloi, am Montag. Rund hundert Menschen würden noch vermisst. Sturm und heftiger Regen erschwerten die Arbeit der Rettungskräfte, sagte der Verkehrsminister von Assam, Chandan Brahma.
Die mit rund 350 Männern, Frauen und Kindern überfüllte Doppeldecker-Fähre war bei schwerem Sturm in zwei Teile zerbrochen. Rund 150 Menschen konnten an Land schwimmen oder gerettet werden. Das Schiff war nicht mit Rettungsringen ausgerüstet. Ein Augenzeuge sagte, er habe gesehen, wie nach dem Unglück Passagiere von dem Strom fortgerissen wurden, da die Strömung sehr stark gewesen sei. Das Unglück ereignet sich in der Nähe der Stadt Dhubri im Westen Assams. Der Brahmaputra ist an dieser Stelle mehrere Kilometer breit und als gefährliches Gewässer bekannt.
Indiens Premierminister Manmohan Singh sprach von einer «Tragödie». Er sei «schockiert und voller Trauer» angesichts der Verluste von Menschenleben, erklärte er. Die Regierung in Neu Delhi habe den Behörden von Assam Unterstützung bei den Rettungsmaßnahmen zugesichert. Bis zum Montagabend trafen nach Angaben des Regierungschefs von Assam, Tarun Gogoi, bereits Soldaten und Grenzbeamte mit Booten ein. Das schlechte Wetter behindere jedoch ihren Einsatz. Durch das Unwetter in der Region stürzten zahlreiche Bäume um. Dadurch waren auch einige zum Unglücksort führende Straßen unpassierbar.
Suche nach Opfern fortgesetzt
Nach dem Fährunglück haben Bergungsmannschaften die Suche nach Opfern und Überlebenden fortgesetzt. «Die Rettungsaktion ist in vollem Gange», sagte der Ministerpräsident des Bundesstaates Assam, Tarun Gogoi, am Dienstag dem Sender NDTV. Fernsehbilder zeigten Taucher sowie Angehörige der Sicherheitskräfte und des Katastrophenschutzes bei der Arbeit.
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