Im Gericht von Los Angeles ließ die Anklage am Mittwoch ein Gespräch laufen, das Conrad Murray mit seinem Patienten rund sechs Wochen vor dessen Tod im Juni 2009 aufgezeichnet hatte. Jacksons schwache Stimme ist kaum zu verstehen. Die Staatsanwaltschaft legte nahe, dass er unter dem Einfluss starker Medikamente stand.
Der Popstar spricht in der Aufnahme über seine geplanten Konzerte, seine Kinder und die eigene Kindheit. "Ich liebe sie, weil ich keine eigene Kindheit hatte", sagt der Sänger in abgehackten Sätzen. Er wolle außerdem das "größte Kinderkrankenhaus der Welt" bauen, sagte Jackson während des Telefonats. Er könne den "Schmerz" kranker Kinder wegen seiner eigenen - eigentlich nicht vorhandenen - Kindheit gut nachfühlen.
Conrad Murray drohen bis zu vier Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung
Murray ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Die Anklage will beweisen, dass der 58-jährige Herzspezialist seinen Patienten mit Narkose- und Schlafmitteln über Wochen regelrecht zu Tode betäubte.
Eine Ermittlerin aus der Gerichtsmedizin, die gleich nach Jacksons Tod das Haus des Sängers durchsucht hatte, berichtete am Mittwoch von großen Mengen an Medikamenten in Jacksons Schlafzimmer. Die Staatsanwälte stapelten vor den Augen der Juroren zahlreiche Dosen und Behälter auf. Elissa Fleak sagte, sie habe neben Schlaf- und Beruhigungsmitteln auch das Narkosemittel Propofol entdeckt.
Das Verfahren in Los Angeles läuft in der zweiten Woche. Falls Murray schuldig gesprochen wird, muss er mit vier Jahren Haft rechnen. dpa/afp/AZ