Im Mordfall Maria Bögerl haben Polizeibeamte am Mittwochmorgen ein Waldstück bei Heidenheim-Großkuchen in Baden-Württemberg durchsucht. Dort war 2010 die Leiche der entführten und ermordeten Bankiersfrau entdeckt worden. Wie zudem bekannt wurde, sind die Ermittlungen unterdessen nach Thüringen ausgeweitet worden. Auch dorthin führt offenbar ein Spur.
Mordfall Bögerl: Politiker geben Speichelproben
In Ostthüringen mussten Medienberichten zufolge unterdessen mehrere Lokalpolitiker Speichelproben abgeben. Unter ihnen seien die Bürgermeister von Neustadt und Triptis sowie der ehemalige Landrat des früheren Kreises Pößneck, berichtet die Thüringer Zeitung. Die DNA-Abgabe sei freiwillig, heißt es weiter. Die jetzt Überprüften waren der Zeitung zufolge im Jahr 2009 Gäste beim 55. Geburtstag des Ehemanns Thomas Bögerl. Einen Verdacht gegen die Politiker soll es indes nicht geben. Maria Bögerl war im Mai 2010 aus ihrem Haus verschwunden.
Maria Bögerl: Wald schon einmal durchsucht
Fast zwei Jahre nach dem Verschwinden Maria Bögerls hatte eine Hundertschaft Beamten am Dienstag schon einmal das Gebiet um den Fundort der Leiche durchsucht. Mit Metalldetektoren hatten sie nach Gegenständen gesucht, die bei den voran gegangenen Suchen übersehen worden sein könnten. Wie die Heidenheimer Zeitung berichtet, sind dabei einige Gegenstände gefunden worden - darunter eine Schraube und ein Kronkorken. Ob beides in Zusammenhang mit dem Mord steht, sei bisher nicht bekannt, berichtet die Zeitung.
Mordfall Bögerl: Jede Spur fehlt
Bislang fehlt im Mordfall Bögerl jede Spur vom Täter und auch die Tatwaffe ist noch nicht gefunden. "Wir hoffen auf neue Erkenntnisse zur Aufklärung der Tat", sagte ein Sprecher der Polizei. Dabei wurde der Boden mit Magnetfeldmessgeräten Millimeter für Millimeter durchsucht. Das Gerät wird meist bei der Suche nach metallischen Gegenständen eingesetzt. Ein Forstwissenschaftler habe den Ermittlern Hoffnung gemacht, auch nach zwei Jahren neue Spuren in dem Waldstück finden zu können.
Neuer Ansatz
"Er kennt den Wald in- und auswendig", sagte der Sprecher. Auf diese Weise sei das Waldstück bisher noch nie untersucht worden. "Es ist ein vielversprechender neuer Ansatz". Alle mit der Tat in Verbindung stehenden Orte seien erneut analysiert worden. Die Sonderkommission "Flagge" geht in ihren Ermittlungen tausenden Spuren nach. Dem letzten Stand zufolge sind bei der Polizei insgesamt 9150 Hinweise eingegangen, 1150 davon waren noch nicht bearbeitet. "Es gehen weiterhin Hinweise aus der Bevölkerung ein", hieß es beim Regierungspräsidium. Die zweifache Mutter Maria Bögerl wurde am 12. Mai 2010 entführt und später ermordet. Ihr Mann, der Heidenheimer Sparkassendirektor Thomas Bögerl, nahm sich knapp ein Jahr später das Leben. (dpa, AZ)