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Billig-Brustimplantate: Nach Skandal: WHO empfiehlt Arztbesuch

Billig-Brustimplantate

Nach Skandal: WHO empfiehlt Arztbesuch

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    In den Skandal um Billig-Brustimplantate hat sich nun erstmals auch die Weltgesundheitsorganisation WHO eingeschaltet. Betroffene Frauen sollten einen Arzt aufsuchen.
    In den Skandal um Billig-Brustimplantate hat sich nun erstmals auch die Weltgesundheitsorganisation WHO eingeschaltet. Betroffene Frauen sollten einen Arzt aufsuchen. Foto: dpa

    In den Skandal um Billig-Brustimplantate der französischen Firma PIP hat sich nun erstmals auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeschaltet. Weltweit sollten Frauen, denen Implantate der Firma eingesetzt wurden, einen Arzt aufsuchen, "wenn sie einen Riss vermuten, Schmerzen oder eine Entzündung verspüren oder sonstige Sorge haben", erklärte die WHO am Dienstag. Weltweit sollen mehr als 300. 000 Frauen PIP-Implantate eingesetzt bekommen haben, davon bis zu 10.000 in Deutschland.

    Billig-Gel für Implantate verwendet

    Poly Implant Prothèse (PIP) hatte für die Herstellung von Brustimplantaten ein Billig-Gel verwendet. Ende Dezember empfahl das französische Gesundheitsministerium betroffenen Frauen, sich die Prothesen wegen gesundheitlicher Risiken vorsichtshalber wieder entfernen zu lassen.

    Nach Angaben der WHO haben inzwischen 28 Länder Frauen mit solchen Implantaten eine Entfernung oder zumindest eine medizinische Untersuchung empfohlen. Fast 85 Prozent der von PIP hergestellten Brustimplantate wurden ins Ausland exportiert.

    PIP verkaufte hunderttausende Brustimplantate

    Die französische Firma PIP hatte weltweit hunderttausende Brustimplantate verkauft. Die Billigkissen reißen verstärkt und rufen Entzündungen hervor. Außerdem gibt es nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vermehrt Hinweise, dass auch ohne Riss des Implantats Silikon austreten und sich im umliegenden Gewebe verteilen kann. Nach den französischen Behörden hatte deshalb auch das Bundesinstitut vor knapp einer Woche Frauen empfohlen, die Billig-Implantate entfernen zu lassen.

    Herausoperieren, selbst wenn kein Riss zu sehen ist

    Die niederländische Gesundheitsbehörde in Den Haag und der Verband der Schönheitschirurgen schlossen sich der Warnung an und erklärten am Mittwoch, die betroffenen Frauen sollten sich die Implantate herausoperieren lassen, selbst wenn kein Riss in den Silikon-Kissen zu sehen sei. (afp, dpa, AZ)

    Skandal um PIP-Brustimplantate

    Eine Klagewelle rollt weltweit auf die Gerichte wegen des Skandals um defekte Billig-Brustimplantate der französischen Firma PIP zu.

    Hunderttausende Brustimplantate gefüllt mit einem Billig-Silikon hatte PIP von 2001 bis 2010 weltweit verkauft; in den Einlagen wurde aus Kostengründen statt eines medizinischen Silikons ein Industriesilikon verwendet, das eigentlich als Dichtungsmasse eingesetzt wird.

    Einlagen rissen gehäuft, in Deutschland wurden bisher 25 Fälle gemeldet. Die Opfer führen Entzündungen und sogar Krebsfälle auf das Industriesilikon zurück.

    PIP-Firmengründer Jean-Claude Mas macht aus dem Einsatz von Billig-Silikon keinen Hehl, doch das war seiner Ansicht nach nicht schädlich.

    Die Anzeigen der betroffenen Frauen wenden sich allerdings nicht nur gegen PIP, sondern auch gegen die staatliche französische Medizinproduktebehörde Afssaps, gegen Ärzte und Kliniken sowie gegen den TÜV Rheinland.

    Der hatte PIP-Produkte europaweit zertifiziert und ihnen damit das begehrte CE-Siegel für geprüfte Sicherheit verschafft.

    In Frankreich wird deshalb gerne mit dem Finger auf den TÜV gezeigt: Die Afssaps, Ärzte und Krankenhäuser hätten sich auf den TÜV verlassen müssen, heißt es.

    Der TÜV Rheinland wiederum sieht keine Schuld bei sich, denn er sei bei seiner Prüfung von PIP «nachweislich umfassend und fortgesetzt getäuscht worden». Die Firma habe die Implantate geändert - also mit Industriesilikon gefüllt -, ohne dies mitzuteilen. Somit habe gar kein TÜV-Zertifikat für dieses Produkt vorgelegen. Der TÜV hat selbst Anzeige in Frankreich gegen PIP erstattet.

    Die EU will die Vorgaben strenger fassen, bevor ein Medizinprodukt überhaupt auf den Markt kommt. Eine staatliche Kontrolle, etwa ein Zulassungsverfahren wie bei Arzneimitteln, gibt es für Medizinprodukte nicht.

    Die Lieferanten des Industriesilikons, darunter der deutsche Chemiegroßhändler Brenntag, weisen eine Mitschuld von sich.

    Die französische Allianz-Tochter, bei der PIP versichert war, hält den Vertrag für ungültig, weil die Firma betrügerisch gehandelt habe

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