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Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Neue Notrufnummern deutschlandweit

Ärztlicher Bereitschaftsdienst

Neue Notrufnummern deutschlandweit

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    Bisher galt im Notfall die 112. Durch die Neuen Notrufnummer bei nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen soll die 112 entlastet werden.
    Bisher galt im Notfall die 112. Durch die Neuen Notrufnummer bei nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen soll die 112 entlastet werden. Foto: Bild: Feuerwehr

    Eine plötzliche heftige Magendarmerkrankung oder hohes Fieber in der Nacht: Wer außerhalb der Sprechstunden medizinischen Rat sucht,  kann ab Montag eine  einheitliche Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst  anrufen. Bei dringenden medizinischen Problemen in der Nacht, am  Wochenende oder an Feiertagen gilt dann bundesweit die kostenlose  Notdienstnummer 116 117, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung  (KBV) am Dienstag in Berlin mitteilte.

    Bislang über 1000 verschiedene Nummern

    Bisher gibt es deutschlandweit mehr als 1000 verschiedene  Rufnummern für den ärztlichen Bereitschaftsdienst, die teilweise  sogar täglich wechseln. Diese Nummern bleiben vorerst auch weiterhin bestehen. Mit der 116 117 entfällt künftig aber die aufwändige Suche nach der richtigen regionalen Rufnummer. Die neue  Bereitschaftsdienstnummer ist in den ersten Wochen laut KBV allerdings noch nicht überall zu erreichen. Baden-Württemberg und  das Saarland sowie Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen sollen erst  später folgen.

    Unter der 116 117 werden Patienten in dringenden, aber nicht  lebensbedrohlichen Situationen an den ärztlichen Bereitschaftsdienst in ihrer Nähe weitergeleitet - entweder direkt  zu einem diensthabenden Arzt oder zu einer Bereitschaftsdienst-Leitstelle. Ist eine automatische Weiterleitung nicht möglich, übernimmt ein Service-Center die Vermittlung.

    Nicht zu verwechseln mit der 112

    Der ärztliche Bereitschaftsdienst wird von den Kassenärztlichen Vereinigungen gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten organisiert. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Rettungsdienst,  der unter dem Notruf 112 erreichbar ist und der in lebensbedrohlichen Fällen Hilfe leistet, wie zum Beispiel bei Herzinfarkt oder Schlaganfall.

    "Mit der 116 117 wird es für die Bürger wesentlich einfacher, ambulante ärztliche Hilfe zu erhalten, wenn die Praxen geschlossen  haben", erklärte der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU). Damit verbessere sich der Service für Millionen Versicherte, die jährlich den kassenärztlichen  Bereitschaftsdienst nutzten.

    Deutschland ist den Angaben zufolge das erste EU-Land, das diese  einheitliche Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst einführt. Die Europäische Union hatte die 116 117 bereits 2009 europaweit für den ärztlichen Bereitschaftsdienst reserviert.

    Die Notfallrufnummern im Überblick

    110: Rund um die Uhr und kostenlos erreichbarer Polizei-Notruf. Anrufen sollte, wer Opfer oder Zeuge einer Straftat wird. Auch wer etwas Verdächtiges beobachtet kann sich bei der 110 melden.

    112: Auch als "Euronotruf" bekannt. EU-weit erreicht der Anrufer unter dieser Nummer eine Notrufzentrale, die ihn an den zuständigen Notdienst weiterleitet. Das kann beispielsweise die Feuerwehr oder der Rettungsdienst sein.

    115: Einheitliche Behördennummer, die es seit vergangenem Jahr gibt. Sie soll die Suche nach der zuständigen Behörde vereinfachen. Anrufer werden zu dem für ihr Anliegen zuständigen Amt weiterverbunden.

    116 117: Zentrale Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Wer nachts oder am Wochenende dringend einen Arzt braucht, aber nicht lebensbedrohlich krank ist, erreicht unter der Nummer den nächstgelegenen Bereitschaftsdienst. afp, dpa

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