Vier Jahre nach dem Mord an einer Polizistin in Heilbronn sind nun die Dienstwaffen der getöteten 22-Jährigen und ihres damaligen Kollegen gefunden worden: In einem Wohnmobil im thüringischen Eisenach, direkt neben den Leichen von zwei mutmaßlichen Bankräubern. Jetzt steht die Polizei vor der Aufgabe, den Zusammenhang zwischen mehreren Verbrechen herzustellen. Die Geschichte ist kompliziert. Ein Überblick:
Der Banküberfall
Am Freitag stürmten zwei bewaffnete Männer in eine Bank in einem Eisenacher Plattenbauviertel. Sie erbeuteten eine noch unbekannte Menge Geld. Dann flüchteten sie. Zeugen beobachteten eine Art weißen Caravan.
Der Tod im Wohnwagen
Wenige Stunden nach dem Raub überprüften Polizisten in Eisenach ein Wohnmobil. Als sie sich dem Fahrzeug näherten, hörten sie zwei knallartige Geräusche. Kurz darauf brach Feuer in dem Wohnmobil aus. Im Inneren fanden die Beamten neben den zwei toten Männern – mutmaßlich den Bankräubern – auch die Dienstwaffen aus dem vier Jahre zurückliegenden Heilbronner Polizistinnen-Mord.
Der Mord an der Polizistin
Durch einen Kopfschuss war am 25. April 2007 auf einer Heilbronner Festwiese am hellen Tag eine 22-jährige Polizistin getötet worden. Ihr Kollege überlebte schwer verletzt, er lag wochenlang im Koma. Bis heute kann er sich an den Tag der Tat nicht mehr erinnern.
Die Wattestäbchen-Panne
Bekannt wurde der Fall der ermordeten Polizistin, der mehrfach die Sendung „Aktenzeichen XY“ beschäftigte, auch durch eine Fahndungspanne: Mit Hilfe von DNA-Spuren suchten die Ermittler monatelang nach einem Phantom. Denn der genetische Fingerabdruck, den sie mit dem Mord an der Polizistin in Verbindung brachten, war an mehr als 35 Tatorten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland gefunden worden. Im März 2009 schließlich wurde klar, um wen es sich bei dem mysteriösen Phantom handelt: Es ist eine Arbeiterin, die mit den Taten überhaupt nichts zu tun hat – die Frau war nur beim Verpacken mit den Wattestäbchen in Kontakt gekommen, die für die Spurensuche benutzt wurden.
Die Explosion im Wohnhaus
Dass es sich bei den in Eisenach gefundenen Dienstwaffen aber um die Waffen aus dem Polizistinnen-Mordfall von Heilbronn handelt, scheint nun sicher zu sein. Dennoch wird die Suche nach dem Zusammenhang des Bankraubs mit dem vier Jahre alten Mordfall durch einen weiteren Vorfall zusätzlich erschwert: In dem Haus, in dem die beiden jetzt toten mutmaßlichen Bankräuber gemeinsam mit einer Frau eine Wohnung bewohnten, kam es am Sonntag zu einer Explosion. Die 36-Jährige habe kurz vor dieser Explosion das Gebäude in Zwickau verlassen, hieß es. Nun werde nach ihr gefahndet, teilte die Polizei mit. (dpa, kold)