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Kritik und Sorge: Neues Tschernobyl: Fukushima jetzt auch auf Stufe 7

Kritik und Sorge

Neues Tschernobyl: Fukushima jetzt auch auf Stufe 7

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    Japan hat die Gefahr des Atomstörfalls im Kraftwerk Fukushima (Die Aufnahme zeigt den von einer Wasserstoffexplosion zerstörten Reaktorblock 3) auf die höchste Stufe angehoben.
    Japan hat die Gefahr des Atomstörfalls im Kraftwerk Fukushima (Die Aufnahme zeigt den von einer Wasserstoffexplosion zerstörten Reaktorblock 3) auf die höchste Stufe angehoben. Foto: dpa

    Japan hat die Gefahr des Atomstörfalls im Kraftwerk Fukushima auf die höchste Stufe angehoben. Der Unfall hat damit jetzt die Einstufung 7, was bisher nur die schwere Tschernobyl-Katastrophe hatte. Bisher gilt für drei Meiler in Fukushima Eins die Stufe 5. Stufe 7 bedeutet, dass es Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in einem weiten Umfeld gibt. Die in Fukushima freigesetzten radioaktiven Materialien würden zehn Prozent der von Tschernobyl betragen.

    Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin griff die japanische Regierung an. Es sei unter Experten ein "offenes Geheimnis" gewesen, dass der Vorfall in Stufe 7 einzuordnen sei. "Mit wochenlanger Verspätung gibt nun die japanische Regierung zu, was nicht länger zu verleugnen ist", sagte Trittin in Berlin.

    Auch der Umweltschutzverband BUND nannte die Neueinstufung der Katastrophe erwartbar. "Wir haben das befürchtet", sagte BUND-Energieexperte Thorben Becker. Schon lange sei vermutet worden, dass die Strahlungswerte des havarierten Reaktors höher lägen als öffentlich bekannt. Becker hält es für möglich, dass die Folgen der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima die des Reaktorunglücks von Tschernobyl von 1986 noch übersteigen. "Wir sind erst am Anfang der Katastrophe", sagte er. "Es könnte über Tschernobyl hinausgehen."

    Der Reisehinweis des Auswärtigen Amtes für Japan wird wegen der Heraufstufung des Unglücks von Fukushima nicht verschärft. Derzeit plane man keine Änderung, sagte eine Sprecherin. Die Lage in Japan werde aber sehr genau beobachtet. Derzeit gilt für das Land eine sogenannte Teilreisewarnung. Es gilt für Aufenthalte in der Region um die Kraftwerke in Fukushima. Zudem rät das Auswärtige Amt von Reisen in den Großraum Tokyo/Yokohama ab.

    Strahlenexperte kritisiert Kraftwerksbetreiber

    Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte nach der Heraufstufung des Reaktorunglücks eine Ausweitung der Evakuierungszone rund um das Atomkraftwerk. Die japanische Regierung hatte sie in dieser Woche auf 30 Kilometer von dem havarierten Kraftwerk ausgedehnt. Bisher waren die Gebiete im Umkreis von 20 Kilometern evakuiert worden.

    Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW erklärte, die neue Einstufung des Reaktorunglücks lasse "keinen Zweifel mehr offen, dass die Bevölkerung in erheblichem Ausmaß bedroht ist". Es werde "katastrophale gesundheitliche Auswirkungen" geben. Die Organisation hält die Maßnahmen zum Schutz der japanischen Bevölkerung für unzureichend.

    Strahlenexperte Christian Küppers vom Öko-Institut nannte die Informationspolitik des japanischen Kraftwerksbetreibers Tepco "nicht zufriedenstellend". Er wisse natürlich nicht, welche Erkenntnisse Tepco vorlägen, doch er vermute, dass die Firma zurückhaltend sei, sie mitzuteilen. "Andererseits verbreitete Tepco auch bereits Angaben, die offensichtlich nicht zur Situation passten und später korrigiert werden mussten", kritisierte der Darmstädter Forscher. dapd

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