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13. Februar 2012 10:43 Uhr

«Costa Concordia»

Öl wird aus Wrack abgepumpt

Umweltschützer können aufatmen: Das Öl-Abpumpen der Costa Concordia hat begonnen. 28 Tage lang soll das dauern. Was macht derweil eigentlich Kapitän Schettino?

Umweltschützer werden aufatmen: Knapp einen Monat nach der Havarie der «Costa Concordia» hat das Abpumpen des Öls aus den Tanks des Schiffes begonnen. Das verbesserte Wetter hat die Arbeiten sogar vorangetrieben - die Arbeiten seien von Montag auf Sonntag vorverlegt worden, teilten die Behörden am Sonntagabend mit.

Abpumpen von 2300 Tonnen Triebstoff hat begonnen

In den Tanks sind mehr als 2300 Tonnen Treibstoff, überwiegend umweltschädliches Schweröl. Die Vorbereitungen für das Abpumpen laufen seit Wochen, schlechtes Wetter machte den Bergungsexperten der niederländischen Firma Smit aber stets einen Strich durch die Rechnung. Die Arbeiten sollen - vorausgesetzt das Wetter erlaubt es - etwa 28 Tage dauern.

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Italiens Präsident Giorgio Napolitano drückte unterdessen bei einem Gedenkgottesdienst in Rom sein tiefes Bedauern über das Unglück aus. «Es war eine Tragödie», sagte er am Sonntag in Rom. Der Staatschef sicherte den Angehörigen der Opfer seine Solidarität zu und lobte die Arbeit von Rettern und Tauchern. Diese hätten alles getan, um Überlebende zu retten und Tote zu bergen.

15 Passagiere der Costa Concordia  werden noch vermisst

Die «Costa Concordia» war am 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der toskanischen Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und gekentert. Bislang wurden 17 Leichen geborgen. 15 Menschen werden noch vermisst , darunter sechs Deutsche. Beschuldigt wird der Kapitän des Schiffes.

Am Wochenende tauchte ein bislang unbekanntes Video auf, das nach Medienberichten das Chaos auf der Kommandobrücke des leckgeschlagenen Schiffes dokumentiert. «Die Passagiere besteigen die Rettungsboote auf eigene Faust», ist in dem Film zu hören. «In Ordnung», antwortet eine gelassen klingende Stimme, die die Nachrichtensendung TG5 des TV-Senders Canale 5 Kapitän Schettino zuordnete. Die Staatsanwaltschaft wolle das Video nun für die Ermittlungen heranziehen, hieß es.

Kapitän Schettino steht unter Hausarrest

Kardinal Angelo Bagnasco mahnte in dem Gedenkgottesdienst, noch müsse die ganze Wahrheit über das Unglück ans Licht kommen und der Gerechtigkeit genüge getan werden. «Das ist notwendig, um die Wunden zu heilen und das Vertrauen wiederherzustellen.» Bagnasco, Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz, dankte sowohl den Rettern als auch den Einwohnern von Giglio, die nach dem Unglück Überlebende bei sich aufgenommen hatten. «In ihnen erkennen wir die tiefe Seele unserer Nation, die reich an Intelligenz und Herz ist.»

Kapitän Francesco Schettino steht weiter unter Hausarrest. Er verbringt den Arrest in seiner Wohnung an der Amalfi-Küste. Dem 52-Jährigen werden unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung und Verlassen des Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vorgeworfen. AZ, afp

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