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Unwetter: Orkan "Joachim" wütet in Bayern - Unfälle in der Region

Unwetter

Orkan "Joachim" wütet in Bayern - Unfälle in der Region

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    Ein Auto-Anhänger ist durch eine Orkanböe gegen die Frontscheibe eines Busses geschleudert worden. Fahrer Gerhard Maurer ist mit leichten Verletzungen im Gesicht und einem Riesenschrecken davongekommen. Der Unfall ereignete sich zwischen den Neu-Ulmer Stadtteilen Reutti und Holzschwang.
    Ein Auto-Anhänger ist durch eine Orkanböe gegen die Frontscheibe eines Busses geschleudert worden. Fahrer Gerhard Maurer ist mit leichten Verletzungen im Gesicht und einem Riesenschrecken davongekommen. Der Unfall ereignete sich zwischen den Neu-Ulmer Stadtteilen Reutti und Holzschwang. Foto: Ralf Zwiebler

    Das Sturmtief "Joachim", das bereits über Spanien und Frankreich gefegt hat und am Vormittag in Baden-Württemberg große Schäden anrichtete, ist jetzt endgültig in Bayern angekommen.

    Mehrere Menschen wurden indirekt oder direkt Opfer der starken Böen: In Lindau ist eine Frau von einer durch den Sturm losgerissenen Werbetafel am Kopf getroffen und laut Polizei mittelschwer verletzt worden. Die aus dem Landkreis Lindau stammende 50-Jährige wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

    Zudem kam es zu mehreren Unfällen in der Region. Unter anderem krachte es vier Mal auf der B25 im Donau-Ries, darunter ein schwerer Unfall in Ehringen. Bei einem Kreisverkehr wehte ein Böe den Anhänger eines Lkw auf die Gegenfahrbahn. Ein entgegenkommender 41-jähriger Autofahrer prallte mit seinem Wagen frontal in den Hänger. Der Mann musste aus seinem Fahrzeug geschnitten werden und kam mit schwersten Kopfverletzungen ins Krankenhaus.

    Anhänger kracht in Busscheibe

    Im Landkreis Neu-Ulm auf der Straße zwischen Reutti und Holzschwang wehte eine Sturmböe den Anhänger eines fahrenden Autos gegen die Frontscheibe eines entgegenkommenden Schulbusses. Bei dem Unfall wurde der Busfahrer durch Glassplitter leicht verletzt. Außer ihm befanden sich keine weiteren Personen in dem Omnibus, der gerade unterwegs war, um rund 40 Schüler der Grundschule Reutti abzuholen.

    Derzeit ist die Bundesstraße 308 im Westallgäu gesperrt, weil zahllose Bäume die Fahrbahnen versperren. Mehrere Feuerwehren sind nach unseren Informationen ausgerückt, um die Fahrbahnen freizuräumen.

    Augsburger Christkindlesmarkt gesperrt

    Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Kempten meldet auch zahlreiche Einsätze wegen des Orkans. Betroffen waren vor allem die Landkreise Oberallgäu, Ostallgäu, Lindau, Neu-Ulm und Günzburg. Viele Straßen waren hier wegen umgefallener Bäume blockiert. In mehreren Orten wurden Dächer vom Wind abgetragen. In Füssen wurde ein Auto von herabfallenden Dachziegeln beschädigt.

    Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt weiterhin vor sturmartigen Böen und Gewitter in Teilen der Region - vor allem im Allgäu. Auch für Augsburg besteht weiter eine Unwetterwarnung: In freien Lagen können Orkanböen laut DWD Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern erreichen. Die Stadt zog deswegen die Notbremse: Der Augsburger Christkindlesmarkt wurde auf Anordnung von Volker Ulrich um 17.30 Uhr gesperrt. Morgen soll der Markt zur gewohnten Zeit um 10 Uhr öffnen, teilt die Stadt mit. Auch in Kempten im Allgäu bleibt der Weihnachtsmarkt am Freitag geschlossen.

    Schulbus rutscht gegen Mauer

    Die Auswirkungen von "Joachim" waren im Laufe des Tages in ganz Deutschland zu spüren: Auf dem Feldberg im Schwarzwald erreichten die Orkanböen eine Geschwindigkeit von mehr als 150 Kilometern pro Stunde. In Baden-Württemberg wurden Bäume entwurzelt und blockierten Bahnstrecken und Straßen, im Südwesten des Schwarzwaldes wurden Regenfälle von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter erwartet. Bei Dauchingen entgleiste ein Nahverkehrszug, weil er auf einen umgestürzten Baum fuhr. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.

    In Mönchsberg (Thüringen) rutschte ein mit 15 Kindern besetzter Schulbus wegen Eisesglätte gegen eine Mauer. Kinder und Fahrer blieben dabei unverletzt. Am Bus entstand ein Totalschaden. Auf mehreren Straßen blockierten liegengebliebene LKW den Verkehr. Darunter war in Lehesten auch ein mit Salzsäure beladener Transporter.

    Keller überflutet, Regionalzüge gestoppt

    Für Rhein und Mosel gab es - nur wenige Wochen nach der November-Dürre - eine Hochwasserwarnung der rheinland-pfälzischen Behörden. Am Freitag standen in Rheinland-Pfalz wegen Starkregens zahlreiche Straßen unter Wasser. "Die Bäche neben den Straßen laufen einfach über", sagte ein Polizeisprecher. In der Südwestpfalz war nach dem Ausfall der Regionalzüge auch kein Notverkehr mit Bussen möglich, weil umgestürzte Bäume Straßen blockierten.

    In Hessen und Unterfranken schickte man vorsorglich Zehntausende Schüler nach Hause. Am Frankfurter Flughafen kam es auch zu einzelnen Verspätungen. Bis zum Nachmittag habe es aber keine Ausfälle gegeben, sagte ein Sprecher der Betreiberfirma Fraport.

    Spanien: Rentner von Trümmern erschlagen

    Im Südosten Spaniens ist ein Rentner durch einen Ausläufer von Orkan "Joachim" getötet worden. Der 70-Jährige wurde nach Angaben der Behörden am Freitag in Almansa beim Einsturz des Dachs seines Wohnhauses von Trümmern erschlagen. Im spanischen Baskenland wurden neun Menschen verletzt. In der Hafenstadt San Sebastián warf eine Welle an der Atlantikküste zwei Spaziergänger zu Boden. (mit dapd)

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