Er ist charmant, er hat offensichtlich Talent, er hat Humor und er sieht wirklich gut aus. Bei der Oscar-Verleihung dreht sich fast alles um einen Franzosen, den bislang niemand kannte: jean Dujardin. Der Mann mit dem klangvollen Namen hat ganz verdient den Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Rolle als scheiternder Stummfilm-Star in "The Artist" verliehen bekommen. Jean Dujardin wird in den Medien bereits als der französische George Clooney gehandelt. Denn der 39 jahre alte Franzose Jean Dujardin hat alles, was einen Weltstar ausmacht - nur keine Starallüren. Und damit erinnert er an Hollywoodliebling George Clooney.
Jean Dujardin: Er begann als Schlosser
Jean Dujardin fing klein an. Nach dem Abitur arbeitete Dujardin zunächst als Schlosser, bevor er begann, Sketche zu schreiben und auf Kabarettbühnen aufzutreten. In seiner Rolle als Loulou klopfte er in der Fernseh-Vorabendserie "Un gars, une fille", einer Sitcom über das Zusammenleben eines eingefahrenen Paars um die Dreißig, zwischen 1999 und 2003 dumme Sprüche.
Jean Dujardin: Langhaarsurfer und Charmebolzen
Oscar - Das ist der begehrte Filmpreis
35 Zentimeter hoch, vier Kilogramm schwer und mit Gold überzogen: Der Oscar ist der begehrteste Filmpreis der Welt.
Traditionell gibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) in Los Angeles einen Monat vor der Verleihung ihre Nominierungen bekannt, die allein schon als besondere Ehre gelten.
Der deutsche Schauspieler Emil Jannings erhielt die begehrte Trophäe 1929 als erster - für seine Rollen in den Stummfilmen «Der Weg allen Fleisches» (Regie: Victor Fleming) und «Sein letzter Befehl» (Regie: Josef von Sternberg).
2809 Oscars wurden mittlerweile überreicht.
Die Figur gleicht einem Ritter, der auf einer Filmspule steht und sich auf ein Schwert stützt.
Ihren Namen verdankt sie angeblich der Bibliothekarin und späteren Akademie-Direktorin Margaret Herrick. Die Statue sehe ihrem Onkel Oscar ähnlich, meinte sie.
1939 ließ die Akademie den Spitznamen Oscar zu. Offizielle Bezeichnung: «Academy Award of Merit».
Die mehr als 6000 AMPAS-Mitglieder belohnen damit die besten Einzelleistungen aus der Filmproduktion des Vorjahres.
Nur wenig später versprühte Jean Dujardin als blonder Langhaarsurfer und Charmebolzen in "Cool Waves - Brice de Nice" seinen Charme. Das Ergebnis: über 4,4 Millionen Kinozuschauer. In der Agentenparodie "OSS 117 - Der Spion, der sich liebte" tauchte er als eine Mischung zwischen James Bond und Jean-Paul Belmondo auf. Der Erfolg war so groß, dass drei Jahre später die Fortsetzung "OSS 117 - Er selbst ist sich genug" in die Kinosäle kam. Der Regisseur dieser "James Bond"-Parodien: Michel Hazanavicius, der Dujardin mit "The Artist" nun an die internationale Filmspitze katapultiert hat.
Jean Dujardins formvollendeter Handkuss
Mit seinem formvollendeten Handkuss am roten Teppich brachte Jean Dujardin bei den Oscar-Verleihungen auch die Amerikanerinnen zum Schmelzen: Jean Dujardin, Oscarpreisträger und Frankreichs neuer Film-Exportschlager nach Jean-Paul Belmondo. Dujardin ist mit allem gesegnet, was für einen Weltstar wichtig ist: Er hat eine große Portion schauspielerisches Talent, eine Prise Witz, viel Charme, Männlichkeit und das gewisse Etwas, wenn er die Augenbrauen hochzieht und die Stirn in Falten legt. Damit erinnert er viele an Hollywoodliebling George Clooney.
Dujardin: Keine Starallüren
Nur eins fehlt dem 39-jährigen "French Clooney" Dujardin: Starallüren. Daran scheint auch sein riesiger Erfolg in Hollywood nichts zu ändern. Denn trotz seines Steilflugs in den internationalen Filmolymp bleibt Dujardin sympathisch; ihm scheint sein Erfolg mit der Rolle des Stummfilmstars George Valentin nicht zu Kopf zu steigen. "Ich bin glücklich mit meiner Arbeit und mit meinem Leben in Frankreich", erklärte er vor der Oscarverleihung. Aus seinem Mund klingt das nicht wie Patriotismus, sondern wie reine Bodenständigkeit.
Komödie, Satire, Drama oder Stummfilm: Dujardin zieht alle Register. "Ich tue einfach nur meinen Job", gibt der Franzosen derzeit liebster Schauspieler zur Antwort, wenn man ihn nach seinem Erfolgsrezept fragt. Bescheidenheit ist eine Zier. dpa/afp/AZ