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Kirche: Papst Benedikt XVI. tritt ab

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Papst Benedikt XVI. tritt ab

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    Papst Benedikt XVI. gibt sein Pontifikat am 28. Februar aus gesundheitlichen Gründen auf.
    Papst Benedikt XVI. gibt sein Pontifikat am 28. Februar aus gesundheitlichen Gründen auf. Foto: dpa

    Papst Benedikt XVI. hat nach eigenen Angaben aufgrund seines Alters nicht mehr "die Kraft", die katholische Kirche zu führen. Zu dieser Erkenntnis sei er nach Prüfung seines Gewissens vor Gott gekommen, sagte der 85-Jährige am Montag bei einer Vollversammlung der Kardinäle in einer auf lateinisch gehaltenen Rede.

    Papst-Rücktritt: Vollkommen überraschend

    Benedikt kündigte in der Rede in Vatikanstadt vollkommen überraschend an, dass er sein Amt am 28. Februar niederlegen will. Es ist das erste Mal seit Jahrhunderten, dass ein Papst von seinem Amt zurücktritt. In einem Buch hatte das katholische Kirchenoberhaupt geschrieben, es sei für einen Papst "eine Pflicht" zurückzutreten, wenn er seine Ämter nicht mehr bewältigen könne.

    Papst Benedikt: Stationen seines Lebens

    Joseph Aloisius Ratzinger wird am 16. April (Karsamstag) des Jahres 1927 in Markl (Oberbayern) geboren.

    Ratzinger wächst mit seinen beiden Geschwistern Georg und Maria in einem religiös geprägten Elternhaus auf.

    Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wird Joseph Ratzinger 1945 als Flakhelfer eingezogen.

    Ratzinger studiert von 1946 bis 1951 Philosophie und Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising und an der Universität München.

    1951 wird Joseph Ratzinger im Freisinger Mariendom zum Priester geweiht. Als Priester leitete er 30 Jahre die Regensburger Domspatzen.

    Ratzinger habilitiert 1957 in München über "Die Geschichtstheologie des heiligen Bonaventura". Ab 1959 ist er Professor in Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg.

    1977 beruft Papst Paul VI. Ratzinger zum Erzbischof von München und Freising. Er wählt als bischöfliches Motto "Mitarbeiter der Wahrheit".

    Papst Johannes Paul II. betraut ihn 1981 mit der Leitung der Römischen Glaubenskongregation, durch die er sich den Ruf eines Hardliners erwirbt.

    Nach dem Tod des Papstes Johannes Paul II zelebriert Ratzinger 2005 die Totenmesse für den Verstorbenen und leitet das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes.

    Ratzinger wird nach nur 26 Stunden im vierten Wahlgang zum 265. Papst gewählt. Er trägt fortan den Namen Benedikt XVI.

    2013 tritt er nach acht Jahren im Amt freiwillig von seinem Pontifikat zurück - ein bisher einmaliger Vorgang. Benedikt wohnt fortan zurückgezogen in einem Kloster im Vatikan.

    2020 besucht Ratzinger seinen schwer erkrankten Bruder in Regensburg. Dieser stirbt kurz darauf.

    Sein Arzt habe dem Papst geraten, keine transatlantische Reisen mehr zu unternehmen, sagte Papst-Bruder Georg Ratzinger. Auch das Gehen bereite seinem Bruder zunehmend Schwierigkeiten.  Der Papst ermüde rascher, sagte sein Bruder Georg weiter. Der 89-Jährige nannte den Rücktritt seines Bruders vom Amt des katholischen Kirchenoberhauptes einen "natürlichen Vorgang".

    Papst-Bruder Georg: "Ich war eingeweiht"

    "Mein Bruder wünscht sich im Alter mehr Ruhe." Georg Ratzinger sagte weiter: "Ich war eingeweiht." Er räumte ein, seit Monaten von den Rücktrittsplänen des Papstes gewusst zu haben. Georg Ratzinger, wie sein Bruder katholischer Priester, war drei Jahrzehnte lang Domkapellmeister in Regensburg und damit Leiter der weltberühmten Regensburger Domspatzen.

    Letzter Papst-Rücktritt im Jahr 1294

    Zuletzt war ein Papst im Jahr 1294 zurückgetreten. Coelestin V. hatte sein Amt aus Gewissensgründen abgegeben. Er war fünf Monate und fünf Tage im Amt. Außerdem hatte Gregor XII. im Jahr 1415 während des abendländischen Schismas abgedankt.

    "Muss sich mit Intrigen rumschlagen"

    Der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. ist für seinen langjährigen Kollegen und Freund Max Seckler ein Zeichen der Größe des Kirchenoberhaupts. "Er stärkt damit die Auffassung, dass ein Papst aufhören soll, wenn es ihm die Gesundheit gebietet", sagte der Tübinger Theologe am Montag der Nachrichtenagentur dpa. "Er hat sehr gelitten unter manchen Dingen, die dieses Amt mit sich bringt", fügte der 85-Jährige hinzu. "Man kann sich schwer vorstellen, welche Intrigen es da in Rom gibt, mit denen er sich rumschlagen muss. Das hat ihn sehr belastet, weil er ja ein Theologe ist und ein edler Mensch."

    Die Bundesregierung hat bewegt und mit Respekt auf die Ankündigung von Papst Benedikt XVI. reagiert, sein Pontifikat am 28. Februar abzugeben. "Die Bundesregierung hat den allerhöchsten Respekt für den Heiligen Vater, für seine Leistung, für seine Lebensleitung für die katholische Kirche", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. (afp, dpa, AZ)

    Emeritierter Papst Benedikt XVI: Sein Leben in Bildern

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    Benedikt XVI. ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Von 2005 wird er der zum Papst ernannt und Deutschland jubelt. 2013 tritt er zurück. Das gab es zuvor erst einmal.
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