In Pflegeheimen werden hunderttausende Bewohner in Deutschland werden nicht ausreichend gepflegt. Rund 140.000 Menschen werden mit Gittern oder Gurten im Bett oder Rollstuhl festgehalten.
Pflegeheime: Bei jedem Zehnten fehlt Anordnung
Bei 14.000 Pflegeheimbewohnern, also etwa jedem Zehnten, fehlt die dafür vorgeschriebene richterliche Anordnung. Das teilten die Krankenkassen bei der Vorlage ihres neuen Qualitätsberichts zur Pflege in Deutschland mit. Trotz Verbesserungen im Vergleich zum Vorgängerbericht 2007 forderte der Medizinische Dienst der Kassen deutliche Verbesserungen in den Heimen.
Härteres Vorgehen gegen auffällige Heime gefordert
Nach der Veröffentlichung des neuen Pflegeberichts hat der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn unterdessen ein härteres Vorgehen gegen auffällige Heime gefordert. "Dort wo es Missstände gibt, muss die Aufsicht hart durchgreifen und notfalls endlich auch Einrichtungen schließen", sagte Spahn der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Mittwoch.
Pflege-Bericht: Auch spürbare Verbesserungen
Der am Dienstag veröffentlichte Pflege-Qualitätsbericht der Krankenkassen hatte der Branche zwar spürbare Verbesserungen bescheinigt, aber weiterhin Defizite etwa bei der Vermeidung von Druckgeschwüren bei Bettlägerigen festgestellt. Dort sei bisher wenig passiert.(dpa, AZ)