Der Taximörder vom Bodensee ist laut der zuständigen Polizei aus seiner Psychiatrie in Wiesloch nahe Karlsruhe in Baden-Württemberg geflohen. Dies bestätigte ein Sprecher der Polizei am heutigen Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Der 29-jährige Täter hatte vor etwa einem Jahr eine Taxifahrerin am Bodensee getötet und eine andere vergewaltigt. Zwei Zeuginnen behaupten, ihn nördlich der Orte Nußloch und Leimen gesehen haben. Aufgrund von sich weit erstreckenden Waldgebiete in der Region wollte die ermittelnde Polizei die Suche auf Helikopter erweitern.
Wie der Mann entkam, ist bisher unbekannt. Auch in welche Richtung der Gewalttäter geflohen ist, ist unklar.
Die Fahnder warnen davor, dass der als Taximörder vom Bodensee bekannt gewordene Mann "äußerst gewaltbereit" sei. Die Fahndung laufe landesweit. Spekulationen brächten derzeit jedoch nichts. So kann er überall hin geflohen sein, auch zurück zum Bodensee oder zu Bekannten.
Der Taximörder vom Bodensee ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Wegen verminderter Schuldfähigkeit werde die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik angeordnet, sagte damals der Vorsitzende Richter vor dem Landgericht Konstanz. Der 28 Jahre alte Deutsch-Russe hatte im vergangenen Juni eine Taxifahrerin in Hagnau am Bodensee erstochen. Einen Tag zuvor hatte er mit demselben Messer einen Taxifahrerin in Singen auf grausame Weise lebensgefährlich verletzt und vergewaltigt.
Rückblick Festnahme
Es stand 3:0 für Deutschland, als die Polizei die Gartenlaube stürmte: Der mutmaßliche Taximörder vom Bodensee saß in Senftenberg (Brandenburg) vor dem Fernseher und ließ sich widerstandslos festnehmen.
"Er war völlig überrascht", sagte am Montag ein Polizeisprecher in Friedrichshafen. Der mit Haftbefehl gesuchte 28-Jährige hatte bei Verwandten Unterschlupf gefunden. Ein Tipp von seinen Bekannten brachte die Fahnder auf die Spur des Mannes.
Täterbeschreibung des Taximörders vom Bodensee
Der Gesuchte ist 179 Zentimeter groß, 29 Jahre alt, schlank, hat blonde glatte Haare, ein rundes Gesicht, grüne Augen, eine osteuropäische Erscheinung und spricht deutsch mit Akzent. Bekleidet ist der Flüchtige mit einem weißen T-Shirt, einer grauen Trainingshose und Badeschlappen.
Das ist die Psychiatrie in Wiesloch
Der Taximörder vom Bodensee ist aus einer Psychiatrie in Wiesloch geflohen. Darin werden in einer geschlossenen Abteilung auch psychisch kranke Straftäter behandelt. Aus der Website des Psychiatrischen Zentrums Nordbadens geht hervor, dass auf elf Behandlungseinheiten und in Außenwohngruppen 225 Patienten versorgt werden. Das sehr grüne Gelände des Zentrums ist etwa 100 Hektar groß.
Derzeit werden etwa 25 Patienten auf ihre Entlassung vorbereitet. Es gibt wie in den meisten Psychiatrischen Anstalten eine Notfallambulanz. Das Krankenhaus ist nach eigenen Angaben die größte Fachklinik dieser Art in Baden-Württemberg. Die Mitarbeiterzahl beträgt 1400. Der Taximörder saß in der hermetisch abgeriegelten Forensik ein, die von den anderen Kliniken durch fünf Meter hohe Mauern abgetrennt ist.
Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise zum Aufenthaltsort des gefährlichen Mannes, der unter dem Namen Taximörder vom Bodensee in den Medien bekannt geworden ist.