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Fahrlässige Tötung: Prozess gegen Michael Jacksons Leibarzt beginnt

Fahrlässige Tötung

Prozess gegen Michael Jacksons Leibarzt beginnt

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    Conrad Murray vor Gericht.
    Conrad Murray vor Gericht. Foto: dpa

    Michael Jacksons früherer Leibarzt steht mehr als zwei Jahre nach dem Tod des Popstars vor Gericht. Der Prozess gegen den Kardiologen Dr. Conrad Murray sollte am Dienstag in Los Angeles mit den Eröffnungsplädoyers beginnen. Sieben Männer und fünf Frauen im Alter von 32 bis 57 Jahren waren am Freitag als Juroren eingeschworen worden. Das Verfahren vor dem Superior Court kann nach Einschätzung von Richter Michael Pastor rund einen Monat dauern.

    Angeklagt wegen fahrlässiger Tötung

    Murray ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Er soll Jacksons Tod im Juni 2009 mit verschiedenen Schlaf- und Narkosemitteln herbeigeführt haben. Der Arzt hat mehrfach seine Unschuld beteuert. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu vier Jahre Haft.

    Als Zeugen werden Mediziner, Ermittler und Mitarbeiter Jacksons erwartet. Möglicherweise tritt auch der älteste Sohn des Sängers in den Zeugenstand. Er war zuhause, als Sanitäter versuchten, den Popstar in dessen Schlafzimmer wiederzubeleben.

    Das Narkosemittel Propofol, das normalerweise bei Operationen einsetzt wird, steht im Mittelpunkt des Prozesses. Die Staatsanwaltschaft will beweisen, dass Murray seine Sorgfaltspflicht verletzte und fatale Fehler beging, als er dem an Schlaflosigkeit leidenden Sänger starke Medikamente verabreichte.

    Murray: Jackson habe auf Betäubungsmittel bestanden

    Murray gab in Polizeiverhören an, dass Jackson auf die Behandlung mit Propofol bestanden habe. Die Verteidigung legte in der Vergangenheit nahe, dass der Sänger medikamentensüchtig war und ohne Wissen des Arztes selbst zu starken Mitteln griff, die zu seinem Tod führen konnten. Nach ihrer Darstellung war Jackson vor Beginn seiner in London geplanten Mega-Konzertserie erschöpft, kraftlos und möglicherweise lebensmüde.

    Die Anklage führt Staatsanwalt David Walgren, der zuvor als treibende Kraft hinter der geforderten Auslieferung von Regisseur Roman Polanski aus der Schweiz in die USA Schlagzeilen machte. Murray wird von den Anwälten Ed Chernoff und Michael Flanagan vertreten. Flanagan hat den bisher einzigen Fall in Los Angeles gewonnen, bei dem es zu einer Anklage wegen eines Todes durch Propofol gekommen war. 2004 erwirkte er einen Freispruch für eine Krankenschwester, unter deren Aufsicht ein Krebspatient nach einer Propofol-Spritze gestorben war.

    Staatsanwaltschaft lehnt Videoaufnahmen als Beweismittel ab

    Videoaufnahmen einer chaotischen Pressekonferenz vier Monate vor dem Ableben des Superstars, die als Beweismittel dafür dienen sollten, das Jackson schon vor seinem Tod von dem Betäubungsmittel abhängig gewesen war, hat die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Diese Aufnahmen haben keinerlei Relevanz.

    Bei der Pressekonferenz hatte Jackson mehrere Comeback-Konzerte angekündigt. Dabei wirkte er verwirrt und geistesabwesend. dpa/AFP/AZ

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