Samstag, 25. Mai 2013

08. Januar 2012 14:09 Uhr

Containerschiff vor Neuseeland

"Rena" ist entzwei: Warnung vor Ölpest und Containern

Die bereits vor Neuseeland havarierte "Rena" ist nun im Sturm auseinander gebrochen. Eine Ölpest droht. Außerdem lauert noch eine weitere Gefahr.

Bis zu sieben Meter hoch waren die Wellen, die auf die bereits angeschlagene "Rena" peitschten. Ein schwerer Sturm hat dem havarierten Containerschiff "Rena" den Rest gegeben. Die "Rena", die bereits vor drei Monaten vor Neuseeland havariert war, ist jetzt auseinandergebrochen. Nun wird vor Neuseeland eine neue Ölpest befürchtet. Die Behörden warnen außerdem andere Schiffe in der Region vor im Meer treibenden Containern.

"Rena": 1300 Vögel verendet

Seit der Havarie Anfang Oktober vor der Nordostküste der  neuseeländischen Nordinsel waren rund 350 Tonnen Treibstoff aus der  unter liberianischer Flagge fahrenden "Rena" ins Meer geflossen.  Mindestens 1300 Vögel verendeten. Ein Heer von Freiwilligen  reinigte die verschmutzten Strände in dem bis dahin fast  unberührten Gebiet und rettete hunderten weiteren Tieren das Leben. Nach der Havarie versuchten die Einsatzkräfte, die  Treibstofftanks der «Rena» leerzupumpen. Bislang konnten mehr als  tausend Tonnen Schweröl abgepumpt werde. Noch immer befindet sich  aber Treibstoff in den Tanks. Umweltminister Nick Smith sagte am  Sonntag, die Gefahr einer Ölpest sei nicht ganz so groß wie  unmittelbar nach der Havarie. Diesmal könnten «höchstens» einige  dutzend Tonnen Öl ins Meer laufen und nicht einige hundert.

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Nachdem die "Rena" nun auseinander gebrochen ist, alarmierten die Behörden ein Team von Ölpest-Spezialisten, um auf angespültes Öl an der Küste sofort reagieren zu können, wie der Einsatzleiter der Schifffahrtsbehörde MNZ, Alex van Wijngaarden,  sagte. Weitere Einsatzkräfte stehen demnach bereit, um verunreinigten Tieren helfen zu können.

Container sind Gefahr für andere Schiffe

Beim Auseinanderbrechen des Schiffs gingen jedoch auch mehrere  hundert Frachtcontainer von Bord, die nun eine Gefahr für andere  Schiffe darstellen. Zwar hatten die Einsatzkräfte nach der Havarie  damit begonnen, die Container von dem Wrack zu bergen. Vor dem  Sturm waren ihren Angaben zufolge aber noch rund 880 Container an  Bord. Die Bergungsexpertin Claudine Sharpe sagte, 200 bis 300  Behälter seien nun ins Meer gestürzt. Die meisten von ihnen sanken,  40 bis 60 schwimmen ihren Angaben zufolge aber noch an der  Oberfläche.

Die Behörden gaben eine Warnmeldung an Schiffe in der Region  heraus. Der hohe Wellengang machte eine Bergung der im Meer  treibenden Container vorerst unmöglich. Das schlechte Wetter soll  Meteorologen zufolge noch drei Tage lang anhalten. Bis dahin  könnten weitere Container ins Meer gespült werden, sagte der  Behördenvertreter David Billington.

Zudem droht nach Behördenangaben das Heck des Schiffs umzukippen  und zu sinken. Die beiden Teile des Schiffs wurden in dem Sturm  auseinander getrieben und befinden sich inzwischen bis zu 30 Meter  voneinander entfernt.

Größte Umweltkatastrophe Neuseelands

Die Havarie der "Rena" gilt schon jetzt als die größte  Umweltkatastrophe in der Geschichte Neuseelands. Der philippinische  Kapitän und sein Stellvertreter wurden festgenommen und sollen sich  für das Unglück vor Gericht verantworten. Nach Angaben von  Umweltminister Smith nahmen sie auf dem Weg zum Hafen eine  Abkürzung. Beide Männer wurden gegen Kaution auf freien Fuß  gesetzt, zu ihrer Sicherheit aber an einem geheimen Ort  untergebracht. afp/AZ

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