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31. August 2010 19:22 Uhr

Kommentar von Markus Günther

Sarrazin ist von Sinnen

Versteht Sarrazin nicht, was an seinen Äußerungen über "jüdische Gene" so verheerend ist? Hier geht es nicht um Denk- und Sprechverbote, sondern um einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Geschichte. Kommentar von Markus Günther.

Versteht Thilo Sarrazin wirklich nicht, was an seinen Äußerungen über "jüdische Gene" so verheerend ist? Hier geht es nicht mehr um die törichten Denk- und Sprechverbote linksliberaler Gutmenschen. Hier geht es ganz einfach um einen verantwortungsbewussten Umgang mit der deutschen Geschichte.

Bei beiden Themen, beim Thema Juden, aber auch beim Versuch, Menschen einer genetischen Perspektive zu unterwerfen, hat Deutschland eine bis heute bedrückende Vergangenheit, die unbekümmerte Gedankenspiele verbietet, mindestens aber eine besondere Sensibilität verlangt.

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Wer dagegen kopflos etwas über "ein bestimmtes Gen" der Juden durch die Gegend quatscht, kann nicht erwarten, mit anderen, klügeren Argumenten überhaupt noch ernst genommen zu werden. Man muss es so deutlich sagen: Sarrazin ist - in diesem einen Punkt - von Sinnen.

Insofern ist es auch für die Debatte, die Sarrazin angestoßen hat, ein Rückschlag, dass nun über etwas gestritten wird, was mit den Fragen von Geburtenrückgang, Integration, Familienpolitik, Islam und Zuwanderung gar nichts zu tun hat.

Es ist verständlich, dass viele Menschen das Gefühl haben, Sarrazin traue sich auszusprechen, was sonst - auch von den Medien - schöngeredet oder geleugnet wird: dass nämlich das Zusammenleben von Migranten und eingesessener Bevölkerung zu Problemen und Verwerfungen führt, dass man sich das künftige Deutschland immer weniger vorstellen und manche Preisgabe deutscher Kulturtradition nicht einfach hinnehmen kann.

Man sollte sich nicht beirren lassen und in der hitzigen Debatte einen kühlen Kopf bewahren. Weder den Gesinnungspolizisten noch aber Sarrazin darf man auf den Leim gehen. Wo Sarrazin sich gedanklich verrennt, muss man ihm energisch widersprechen (ohne ihn mundtot machen zu wollen); wo er wichtige Fragen aufwirft, muss man sich auf die Debatte einlassen. Ein Kommentar von Markus Günther

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