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U-Bahn Berlin: Schläger trotz Haftbefehl wieder zu Hause

U-Bahn Berlin

Schläger trotz Haftbefehl wieder zu Hause

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    Schläger trotz Haftbefehl wieder zu Hause
    Schläger trotz Haftbefehl wieder zu Hause

    Nach dem brutalen Überfall auf einen 29-Jährigen auf dem U-Bahnhof Berlin-Friedrichstraße am Wochenende sind die beiden Tatverdächtigen wieder auf freiem Fuß. Der 18-jährige mutmaßliche Haupttäter habe einen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags mit Haftverschonung erhalten, sagte eine Polizeisprecherin am Montag.

    Der zweite, gleichaltrige Tatverdächtige sei wegen gefährlicher Körperverletzung vernommen und ebenfalls auf freien Fuß gesetzt worden. Beide waren zunächst geflüchtet, hatten sich dann aber der Polizei gestellt und die Tat gestanden. Die Grünen-Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl im September, Renate Künast, zeigte sich entsetzt über die "rohe Gewalt".

    Der mutmaßliche Haupttäter hatte das 29-jährige Opfer am Samstag auf dem U-Bahnhof brutal angegriffen und misshandelt. Der Mann wurde verprügelt und bis zur Bewusstlosigkeit getreten.

    Nach Medienberichten wurde das Opfer trotz eines Schädel-Hirn-Traumas am Montag aus dem Krankenhaus entlassen. Der Handwerker bleibe jedoch unter ständiger Beobachtung, da die Ärzte Komplikationen nicht ausschließen würden, hieß es. Die Polizei konnte das jedoch nicht bestätigen. Die Mutter des verletzten Opfers soll entsetzt darüber sein, dass die mutmaßlichen Täter bereits wieder auf freiem Fuß sind.

    Haupttatverdächtiger war in "aggressiver Stimmung"

    Nach Polizeiangaben sind die Gründe für die Haftverschonung des mutmaßlichen Haupttäters unter anderem das Alter des Jugendlichen und dass er bisher noch nicht polizeilich aufgefallen sei. Der junge Mann muss sich dreimal in der Woche auf seinem zuständigen Polizeiabschnitt melden. Als Motiv gab er an, "in einer aggressiven Stimmung gewesen zu sein und nach Streit gesucht zu haben". Zudem sei er zur Tatzeit betrunken gewesen.

    Gegen den zweiten Tatverdächtigen, der wegen gefährlicher Körperverletzung vernommen wurde, wurde den Angaben zufolge kein Haftbefehl erlassen. Er hatte einem 21-jährigen Zeugen in den Rücken getreten, der bei der Prügelattacke mutig eingeschritten war. Eine Überwachungskamera hatte den Übergriff aufgezeichnet.

    Nach Darstellung Künasts muss jetzt gezeigt werden, dass "die Gesellschaft solche Taten aus purer Streitlust nicht akzeptiert". Sie müssten zudem schnell geahndet werden.

    Immer wieder brutale Übergriffe

    Ebenfalls am Samstag hatten vier bislang unbekannte Täter einen Mann in der Straße der Pariser Kommune in Friedrichshain bewusstlos geprügelt. Zeugen alarmierten die Bundespolizei im Ostbahnhof. Die vier flüchteten jedoch unerkannt. Der Verletzte, der das Bewusstsein wiedererlangt hatte, kam mit Kopfverletzungen in eine Klinik.

    In den vergangenen Monaten war es wiederholt zu brutalen Übergriffen insbesondere auf Bahnhöfen der Hauptstadt gekommen. Bei einem Überfall auf zwei Maler am U-Bahnhof Lichtenberg war Mitte Februar ein 30-Jähriger ins Koma geprügelt worden. Eine weitere Attacke gab es unter anderem auf dem U Bahnhof Kurfürstendamm, wo ein 23-Jähriger von sieben Tätern mit einem Schlagstock schwer verletzt wurde.

    Angesichts dieser Fälle wird in der Stadt schon länger über die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr debattiert. dapd

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